Grimes County (Texas) - Es klingt wie die Szene eines Actionfilms: Der 23-jährige Familienvater Zach Seaback war gerade im US-Bundesstaat Texas unterwegs, als es plötzlich zu einem schweren Verkehrsunfall kam. Sein Auto überschlug sich und landete auf dem Dach. Zeugen eilten dem Schwerverletzten zu Hilfe und retteten ihm so das Leben.
"Ich schaute hoch und sah einen Sattelzug und versuchte auszuweichen. Dabei streifte ich seinen Reifen. Ich bin mir nicht ganz sicher, was genau passiert ist. Und dann überschlug ich mich", berichtete Zach dem Newsportal KBTX 3. Der Unfall ereignete sich vor rund zwei Wochen auf dem Highway 6 in Brazos County.
An den dramatischen Vorfall selbst und die Sekunden vor dem Aufprall könne sich der 23-Jährige nur sehr schwer erinnern. Der Grund: Er erlitt infolge des Crashs eine "heftige Gehirnerschütterung". Als Zach wieder zu Bewusstsein kam, lag sein Auto auf dem Dach und glich einem einzigen Wrack.
Kurz darauf geriet der Familienvater in Panik. "Ich wusste nicht, ob ich auf der Autobahn war oder nicht. Deshalb hatte ich Angst, dass ein Auto von hinten kommt und mich wieder rammt". Er versuchte, sich aus dem Fahrzeug zu winden, und blickte kurz darauf in die Augen seiner Lebensretter.
"Ich kroch zum Heck des Wagens, und diese tollen Leute warteten schon auf mich und haben sich in dieser Situation wirklich gut um mich gekümmert". Bis zum Eintreffen der Sanitäter wichen die Passanten dem Mann nicht von der Seite.
"Ich wusste nicht, was mit mir los war, ich wusste nur, dass überall Blut war. Und alle haben versucht, mich zu beruhigen. … Ich habe immer wieder gesagt: 'Mein Kopf tut weh, mein Kopf tut weh'. Und sie haben mir immer wieder gesagt, dass alles wieder gut wird."
Zach Seaback hat wohl die Hälfte seines Blutes verloren
Um die gewaltige Blutung an seinem Schädel zu stoppen, hielten die Helfer seinen Kopf nach oben. Zach berichtete, dass er immer wieder ohnmächtig geworden sei.
Als die Einsatzkräfte am Ort des Geschehens eingetroffen waren, stabilisierten sie den Familienvater und brachten ihn in ein Krankenhaus. Infolge des Unfalls erlitt er eine tiefe und flächige Platzwunde am Schädel. "Die Ärzte sagten, ich hätte wohl etwa die Hälfte meines Blutes verloren".
Zachs Ehefrau versuchte ihn zu erreichen - dann hob ein Fremder ab
Zachs Partnerin, Molina, erfuhr von dem schweren Verkehrsunfall, als sie plötzlich eine Benachrichtigung auf der beliebten GPS-App "Life360" erhielt. "Jemand meldete sich und sagte: 'Ich nehme an, Sie sind seine Frau … Ihr Mann hatte einen Autounfall'. Und ich dachte nur, das kann doch nicht wahr sein", schilderte sie dem Sender.
Voller Panik versuchte die zweifache Mutter, ihren Mann per Telefon zu erreichen, jedoch ohne Erfolg. Erst beim zweiten Mal hob jemand ab - doch Molina kannte die Stimme nicht. Ein Passant, der bei Zach erste Hilfe leistete, bemerkte das surrende Smartphone, nahm den Anruf entgegen und schilderte die Situation.
Molina sprang ins Auto und fuhr zu ihrem Partner ins Krankenhaus - währenddessen der Helfer am anderen Ende der Leitung blieb. "Ich habe in diesen 15 Minuten, in denen ich so schnell dorthin eilte, Trost gefunden", erklärte sie. Im Krankenzimmer angekommen, schloss sie Zach in ihre Arme.
Trotz seines Kampfgeistes geht es dem Familienvater immer noch sehr schlecht. Um sich weitere Operationen und notwendige Medikamente leisten zu können, ist die Familie auf Spenden angewiesen. Aufgrund dessen richtete Molina eine Spendenaktion auf GoFundMe ein.
Der Aufruf zeigte vollen Erfolg: Bereits wenige Tage nach dem Unfall erhielt die Familie 4560 US-Dollar (circa 4000 Euro) - rund 70 Prozent des gesamten Spendenziels.