"Ein Traum, der wahr wird!" Doc Brown und Marty McFly erobern die Reeperbahn

Hamburg - Das Musical "Zurück in die Zukunft" hat am Sonntagabend seine umjubelte Deutschlandpremiere im Stage Operettenhaus auf der Reeperbahn gefeiert. Und hat für rund zweieinhalb Stunden etwas geschafft, was heutzutage seltener geworden ist: den Alltag vergessen lassen und das Publikum auf eine (Zeit-)Reise voller Witz, Spannung und großer Träume mitzunehmen. Schon bei den Previews in den Tagen zuvor hielt es kaum jemanden auf den Sitzen, und das längst nicht nur bei Fans des Filmklassikers von 1985.

Jan Kersjes (45, r.) und Raphael Groß (30) feiern die erfolgreiche Premiere stilsicher vor dem DeLorean.  © Stage Entertainment

Das Musical entführt das Publikum schon vor dem ersten Ton in eine andere Welt, genauer gesagt nach Hill Valley im Jahr 1955.

Bereits vor dem Betreten des Saals beginnt das Erlebnis: Das Theater selbst wird zur Filmkulisse, Getränke gibt es in der "Hill Valley Bar" und ein DeLorean empfängt die Gäste.

Von der ersten Sekunde an entsteht das Gefühl, mitten in die Geschichte rund um Doc Brown und Marty McFly hineingezogen zu werden. Das detailreiche Bühnenbild, dynamische Lichteffekte und bewegliche Elemente schaffen eine beeindruckende visuelle Wucht, die sich konsequent durch den Abend zieht.

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Besonders die Szenen mit dem wohl berühmtesten Auto der Welt, dem DeLorean DMC-12, wirken wie direkt aus einem Kinofilm - vor allem die Fahrten durch die Zeit lassen einen völlig vergessen, dass man im Theater sitzt.

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Schon vor dem Betreten des Operettenhauses auf der Reeperbahn wird man in die Welt von "Zurück in die Zukunft" hineingezogen.  © Stage Entertainment

"Zurück in die Zukunft"-Drehbuch wurde über 40-mal abgelehnt

Mithilfe einer drehbaren Bühne und beeindruckender Effekte entsteht der Eindruck, als würde der DeLorean tatsächlich über die Bühne fahren.  © Matt Crockett

Das Kult-Auto ist auch im Musical einer der Hauptdarsteller und wird hier - der Bühnensituation geschuldet - per Sprachfunktion gesteuert, was seiner Coolness jedoch keinen Abbruch tut.

Wer die technischen Details genauer entdecken möchte, dem gibt Associate Technical Supervisor Mirko Thumann ein Tipp: "Ich kann jedem nur raten, die Show noch mal aus einem anderen Blickwinkel anzuschauen!"

Die Geschichte des Musicals steht sinnbildlich für seinen eigenen Erfolg: "Die Premiere hier ist auch für uns ein Traum, der wahr wird - aber bis dahin war es ein langer Weg", betonte Produzent Bob Gale (74) am Sonntag.

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Gemeinsam mit Robert Zemeckis (73) schrieb er einst das Drehbuch zum Filmklassiker, das jedoch zunächst über 40-mal abgelehnt wurde. Seine Botschaft ans Publikum daher: "Glaube an deine Träume, an dich selbst, arbeite hart und dann kannst auch du es schaffen!"

Bob Gale (74) bei der Deutschlandpremiere von "Zurück in die Zukunft - das Musical" am Sonntag in Hamburg.  © Stage Entertainmet

"Zurück in die Zukunft - das Musical": Nachdenkliche Töne zwischen 1,21 Gigawatt Power

Mit viel Liebe zum Detail lässt die Musicalversion den Filmklassiker in neuem Glanz wieder aufleben.  © Matt Crockett

Inhaltlich bleibt das Musical nah an seiner Vorlage, ohne dabei zur bloßen Kopie zu werden. Im Fokus steht - wie auch im Film - die Beziehung zwischen Doc Brown und Marty McFly, gespielt von Jan Kersjes (45) und Raphael Groß (30).

Kersjes, der sich bei den Proben gegenüber TAG24 noch zurückhaltend zu den Tanzszenen und seiner Kondition äußerte, lässt sich davon auf der Bühne nichts anmerken.

Mit großer Hingabe verkörpert er den exzentrischen Wissenschaftler und verleiht der Rolle spürbare Tiefe - besonders mit der emotionalen Darbietung des Songs "Ein Hoch auf alle Träumer", der zwischen all der 1,21 Gigawatt Power innehält und nachdenkliche Töne anschlägt.

Als großer Fan der Filmreihe ist die Rolle für Jan Kersjes selbst ein wahr gewordener Traum, wie er TAG24 im Vorfeld verriet. Gleichzeitig sei ihm die Verantwortung gegenüber der ikonischen Figur bewusst, die einst von Christopher Lloyd (87) geprägt wurde: "Diese Figur möchte man natürlich wiedererkennen - sei es in Gesten, Blicken oder der Tonlage. Wir wollen sie nicht neu erfinden."

Dennoch will Kersjes keine "reine Kopie" sein, sondern die Rolle neu interpretieren und dabei "authentisch" bleiben - ein Spagat, der ihm mit seinem ganz eigenen Charme überzeugend gelingt. Zusammen mit Raphael Groß entsteht ein eingespieltes Duo, das die Figuren glaubwürdig und zugleich frisch auf die Bühne bringt.

Und obwohl die meisten das Ende kennen, fiebert man bis zuletzt mit und ist sichtlich berührt, wenn Marty es schließlich doch noch zurück in die Zukunft schafft.

"Zurück in die Zukunft - das Musical" läuft seitdem 22. März im Stage Operettenhaus in Hamburg. Tickets gibt es unter stage-entertainment.de.

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