"Post-Avatar-Syndrom": Massen-Depression nach "Avatar: The Way of Water"?

Los Angeles - Seit Wochen begeistert "Avatar: The Way of Water" Millionen Menschen auf der ganzen Welt mit seiner fantastischen visuellen Einzigartigkeit. Doch manch ein Zuschauer lässt sich von dem Sci-Fi-Spektakel wohl dermaßen mitreißen, dass ein gesundes Maß an Fernweh in eine Art "Post-Avatar-Depression-Syndrom" umschwenkt!

"Avatar: The Way of Water" spielte bereits mehr als 1,9 Milliarden US-Dollar ein.
"Avatar: The Way of Water" spielte bereits mehr als 1,9 Milliarden US-Dollar ein.  © Walt Disney Company

Während "Avatar: The Way of Water" an den Kinokassen kurz davor steht, die Zwei-Milliarden-Marke zu knacken, und bereits erste Details über weitere Fortsetzungen durchsickern, haben einige Kinogänger augenscheinlich ein echtes Problem damit, sich nach dem Film wieder mit ihrem Normalo-Leben auf der Erde abzufinden.

Schon nach dem ersten "Avatar"-Teil beklagten viele Fans, der triste Alltag sei kaum auszuhalten, habe man einmal die unglaubliche Welt der Na'vi kennengelernt. Der Begriff "Post-Avatar-Depression-Syndrom" (PADS) etablierte sich.

Dabei handelt es sich nicht um eine echte medizinische Diagnose. Es wird lediglich die immense Wirkung, die der Film auf einige Zuschauer hatte, zusammengefasst.

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"Seit ich Avatar gesehen habe, bin ich deprimiert. Als ich mir die wunderbare Welt von Pandora und all den Na'vi ansah, wollte ich einer von ihnen sein", zitierte zum Beispiel der Guardian aus einem Fan-Forum.

Tausende anderer Fans teilten über die Jahre ebenfalls ihre Sehnsüchte.

Diese Schönheit soll "Depressionen" auslösen: Die fantastische Welt von Pandora

"Avatar: The Way of Water" wurde mit einer komplett neuartigen Unterwasser-Filmtechnik gedreht.
"Avatar: The Way of Water" wurde mit einer komplett neuartigen Unterwasser-Filmtechnik gedreht.  © Walt Disney Company
Die walähnlichen Tulkune sehen auf der großen Leinwand besonders eindrucksvoll aus.
Die walähnlichen Tulkune sehen auf der großen Leinwand besonders eindrucksvoll aus.  © Walt Disney Company
Der Tulkun Payakan freundet sich mit einem von Jake Sullys Söhnen an.
Der Tulkun Payakan freundet sich mit einem von Jake Sullys Söhnen an.  © Walt Disney Company

Das Urban Dictionary erklärt, was eine "Post-Avatar-Depression" ist

Betroffene berichten vom "Post-Avatar-Depression-Syndrom"

In "Avatar: The Way of Water" verschmelzen die Übergänge von realer und animierter Welt.
In "Avatar: The Way of Water" verschmelzen die Übergänge von realer und animierter Welt.  © Walt Disney Company

"Viele Leute haben das in der Community erlebt", berichtete ein Fan gegenüber Variety. "Ich hätte nie gedacht, dass mich so etwas so tief beeinflussen kann."

Ein anderer Betroffener erzählte: "Ich hatte das Gefühl, dass das ein unglaublicher Traum war, aber jetzt musste ich aufwachen. Ich musste in die Flaute der Realität zurückkehren und versuchen herauszufinden, was ich mit meinem Erwachsenenleben anfangen sollte."

Er habe sogar mit seiner Psychiaterin darüber gesprochen. Diese hatte einen Ratschlag: "Hör auf, zu versuchen, dich selbst davon abzuhalten." Genau das tat er dann auch: "Ich habe 'Avatar' wiederholt angeschaut, bin in die Sprachgemeinschaft eingetaucht und habe angefangen, Na'vi zu lernen … Nach etwa einer Woche hörte es dann auf."

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Psychiater Stephan Quentzel erklärte gegenüber CNN, der Filme habe "das Beste aus unserer Technologie gebraucht, um diese virtuelle Welt zu erschaffen, und das wirkliche Leben wird niemals so utopisch sein, wie es auf dem Bildschirm erscheint. Es lässt das wirkliche Leben unvollkommener erscheinen."

Die unglaubliche Welt von "Avatar: The Way of Water" im Trailer

Nun, da der zweite "Avatar"-Teil in den Kinos läuft, kehrt auch das PADS bei einigen Fans zurück. Bei den allermeisten legt sich das sehnsüchtige Gefühl allerdings nach wenigen Stunden oder Tagen wieder.

Solltet Ihr selbst von psychischen Problemen betroffen sein, findet Ihr bei der Telefonseelsorge rund um die Uhr Ansprechpartner, natürlich auch anonym. Telefonseelsorge: 08001110111 oder 08001110222 oder 08001110116123.

Titelfoto: Fotomontage: Walt Disney Company

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