Millionen Alben und eine Presse-Konferenz: "Tic Tac Toe" kommen als Podcast zurück

München - Der 21. November 1997 sollte in der deutschen Popkultur Geschichte schreiben. Die Rapperinnen der Band "Tic Tac Toe" gaben eine Pressekonferenz. Und danach war nichts mehr wie zuvor. Die knapp zwei Jahre Pionierarbeit der drei Ruhrpott-Gören – so hatte man sie vermarktet – erlebten eine Bruchlandung. In vier Podcast-Episoden schaut der Bayerische Rundfunk sich das Phänomen "Tic Tac Toe" noch einmal an.

Sorgten mit Musik und Presseterminen für ein Beben in der deutschen Pop-Welt: Ricarda Wältken ("Ricky", v.l.), Marlene Tackenberg ("Jazzy") und Liane Wiegelmann ("Lee").  © BR Bayerischer Rundfunk/BR Bayerischer Rundfunk/obs

Die erste Episode startet mit genau dieser Pressekonferenz von Lee, Jazzy und Ricky. Ein Termin, bei dem einige Angestellte des Plattenlabels bereits im Vorfeld ein schlechtes Gefühl hatten.

"Ich sagte: 'Das kann nicht gutgehen. Das ist wirklich ein Fehler", berichtet Janine, eine damalige Mitarbeiterin. "Bin, glaube ich, auch ganz froh, dass ich nicht vor Ort war."

Sie entdeckte in Wiesbaden zuvor "Scatman John" und war ein Fan des Girl-Band-Projekts.

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Die Pressekonferenz soll mit den Gerüchten aufräumen, dass sich die Band trennen würde. Sie soll zeigen, dass zwischen den Dreien alles gut sei.

Es wurde ein Fiasko. Geschrei, Streit, Tränen, Schuldzuweisungen – das Ende der Chart-Stürmer, die wenige Monate davor noch mit "Ich find' dich scheiße", "Mr. Wichtig" und "Warum?" Hallen füllten.

Warum? Eine Frage, die sich wohl alle drei aus der Retorten-Band am Abend dieses 21. Novembers stellen mussten.

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Ricky, Lee und Jazzy erteilen Podcast-Projekt Absage

Immer noch im Stream: 30 Jahre nach dem Debütalbum "Tic Tac Toe" vom 15. April 1996 wird der gleichnamigen Girl-Band eine eigene Podcast-Reihe gewidmet.  © screenshot/privat

"Wenn wir Freunde wären, dann würdest du so einen Scheiß überhaupt nicht machen!" Dieser Satz wurde zum Meme. In einer Zeit, in der es noch gar keine Memes gab. Parodiert in TV-Sendungen und auf Schulhöfen. "Wenn wir Freunde wären (...)" - ein Offenbarungseid.

Doch die millionenfach verkauften Alben der "schwarzen Schwestern" hinterließen große Spuren. Einen Pfad. Ein Weg, der für andere Frauen geebnet wurde.

"Lee, Jazzy und Ricky brechen mit Konventionen, sprechen über Sexismus, Rassismus, Sucht und weibliche Wut und empowern eine ganze Generation", beschreibt der BR die Heldinnen ihrer vierteiligen Podcast-Reihe.

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"Aber sie treffen auf eine Öffentlichkeit, die darauf nicht vorbereitet ist, in den deutschen Charts ist dafür noch kein Platz."

In dem Podcast sprechen nicht nur Talentsucherin Janine, sondern auch Musikerinnen wie Rapperin Antifuchs oder Nadja Benaissa von den No Angels. Und es gibt jede Menge Archivaufnahmen von damals – nicht nur von der Pressekonferenz. Die drei Protagonistinnen waren angefragt – wollten aber persönlich kein Teil des Podcasts sein.

Der Storytelling-Podcast "Reclaim: Tic Tac Toe" ist ab dem 29. April exklusiv über "ARD Sounds" zu finden.

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