187-Rapper Gzuz vor Gericht: Überrascht er jetzt alle mit einer Entschuldigung?

Hamburg - Am Dienstag geht der Gerichtsprozess gegen Skandal-Rapper Gzuz (32) von der 187 Strassenbande weiter.

Kristoffer Jonas Klauß (32), wie Gzuz mit bürgerlichem Namen heißt, posiert im Gerichtssaal.
Kristoffer Jonas Klauß (32), wie Gzuz mit bürgerlichem Namen heißt, posiert im Gerichtssaal.  © Christian Charisius/dpa

Dabei wird auch die Aussage einer Frau erwartet, die der Musiker vor einer Diskothek auf der Hamburger Reeperbahn geohrfeigt haben soll. 

Sein Verteidiger kündigte eine öffentliche Entschuldigung des Rappers an. Dieser habe die Frau nicht willentlich verletzt, sondern nur ihr Handy beiseite schieben wollen, dass sie ihm ins Gesicht gehalten habe. Gzuz habe sich von ihr bedrängt gefühlt.

Die mutmaßliche Körperverletzung ist jedoch nur eines von vielen Delikten, die dem 32-Jährigen vorgeworfen werden. 

In dem Prozess, für den Richter Johann Krieten insgesamt drei Verhandlungstage angesetzt hatte, geht es außerdem um Verstöße gegen das Waffengesetz, Besitz von Betäubungsmitteln und versuchten Diebstahl (TAG24 berichtete). 

Am ersten Prozesstag vor einer Woche hatte sich Kristoffer Jonas Klauß, wie der Gangster-Rapper mit bürgerlichem Namen heißt, noch betont unbeeindruckt gezeigt. 

Kaugummi kauend saß er im Saal und pöbelte in Richtung des Amtsrichters: "Sie haben so Spaß, Herr Krieten, ich merk das!" Bei der Zeugenaussage eines Polizeibeamten, der bei einer Razzia in seiner 1-Zimmer-Wohnung in der Hamburger Neustadt Drogen gefunden hatte, begann Gzuz lautstark zu lachen und klatschte dabei abfällig in die Hände. 

Ein Machtspielchen, das Krieten zu unterbinden wusste: "Klauß, die Scherze mache ich hier!", hielt er dagegen. 

Geht es für Gzuz bald wieder in den Knast?

Verteidigt wird der Rapper von TV-Anwalt Christopher Posch (links).
Verteidigt wird der Rapper von TV-Anwalt Christopher Posch (links).  © Christian Charisius/dpa

Der Verteidiger und TV-Anwalt Christopher Posch hatte gleich zu Beginn einen Befangenheitsantrag gegen den Richter verlesen. Er warf ihm vor, parteiisch zu sein.

"Es hat sich bestätigt, dass an meinem Mandanten ein Exempel statuiert wurde", betonte Posch später.

Es ist bei Weitem nicht das erste Mal, dass sich der Rapper vor Gericht verantworten muss. 

Der 32-Jährige saß bereits im Knast und kassierte zahlreiche Anzeigen wegen Körperverletzung, Sachbeschädigung und Beleidigung. 

Wenn es zu einer Verurteilung kommen sollte, drohen ihm erneut mehrere Jahre Haft. 

Update, 14.08 Uhr: Gzuz entschuldigt sich

Wie angekündigt hat sich Gzuz am Dienstag öffentlich bei der 19-jährigen Frau entschuldigt, die er vor einer Diskothek auf der Reeperbahn geohrfeigt haben soll. Der Rapper hatte zuvor ein Handy-Foto mit ihr und zwei anderen Jungs gemacht. 

Ein weiteres Selfie mit der jungen Frau habe Gzuz dann aber abgelehnt. Stattdessen schlug er ihr ins Gesicht, das Handy fiel herunter. "Das war eine Scheiß-Situation", sagte der Rapper nun. 

Er hätte schließlich nur das Handy treffen wollen. "Das tut mir leid", so der 32-Jährige.

Titelfoto: Christian Charisius/dpa

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