187-Rapper Gzuz vor Gericht: Mit diesen Zeugen hatte niemand gerechnet!

Hamburg - Vor dem Amtsgericht Hamburg wurde am Dienstag der Prozess gegen den Skandal-Rapper und Mitglied der 187 Strassenbande Gzuz  (32) fortgesetzt. Mit zwei ungeladenen Zeugen nahm das Verfahren am dritten Verhandlungstag deutlich an Fahrt auf. 

Rapper Gzuz sitzt am dritten Prozesstag im Gerichtssaal.
Rapper Gzuz sitzt am dritten Prozesstag im Gerichtssaal.  © Georg Wendt/dpa

Zunächst hatte es noch Verwirrungen darüber gegeben, ob der Prozess überhaupt fortgesetzt werden könne. Gzuz' Anwalt Christopher Posch hatte zuvor gleich vier Befangenheitsanträge gegen den Amtsrichter gestellt (TAG24 berichtete). Diese wurden jedoch allesamt als unbegründet abgelehnt.

"Alles falsch gemacht, Herr Posch!", schlussfolgerte Richter Johann Krieten zu Prozessbeginn. "Wir arbeiten hier nicht nach einem Drehbuch", sagte er wohl in Anlehnung an die RTL-Vergangenheit des Anwalts. 

Auch Gzuz hatte den anwesenden Journalisten zum ersten Prozesstag noch eine echte Show geboten, sie mit dem Handy gefilmt und gepöbelt: "Sie haben so Spaß, Herr Krieten, ich merk das!"

Dagegen wirkte Kristoffer Jonas Klauß, wie der Musiker mit bürgerlichem Name heißt, am dritten Verhandlungstag zunächst noch wesentlich zurückhaltender, zuweilen auch deutlich gelangweilt.

Dabei bleibt die Liste der Anklagepunkte, die dem 187-Member vorgeworfen werden, lang: Unter anderem geht es um Verstöße gegen das Waffengesetz, Besitz von Betäubungsmitteln, versuchten Diebstahl und Körperverletzung. Dem einschlägig vorbestraften Rapper drohen somit erneut mehrere Jahre Haft.

Darum ging es am dritten Prozesstag

Gzuz wird von TV-Anwalt Christopher Posch (l) vertreten.
Gzuz wird von TV-Anwalt Christopher Posch (l) vertreten.  © Georg Wendt/dpa

Am Dienstag wurden weitere Zeugen gehört. Darunter auch ein Sanitäter, der Gzuz dabei beobachtet hatte, wie er in ein abgestelltes Rettungsfahrzeug eingestiegen war. 

Außerdem ging es um ein Video, das Gzuz zu Silvester 2018/2019 auf seinem Instagram-Account hochgeladen hatte. Zu sehen ist der Rapper, wie er im Hamburger Stadtteil Eilbek mehrfach mit einer Schreckschusswaffe in die Luft schießt. 

Seit September 2018 besteht gegen den 32-Jährigen allerdings ein generelles Waffenbesitzverbot, das auch den Erwerb und den Umgang von Schreckschusswaffen einschließt. 

Schon allein für diesen Tatvorwurf könnte der Rapper bis zu drei Jahre in den Knast wandern. 

187-Coach Aaron Badou beschuldigt sich selbst

Gegen Ende der fast fünfstündigen Verhandlung gab es dann gleich zwei Überraschungen: Der Rapper hatte zwei zusätzliche Zeugen organisiert, die seine Unschuld in mehreren Fällen beweisen sollten, aber ursprünglich nicht vom Gericht geladen waren. 

Der Vater seiner damaligen Lebensgefährtin sagte aus, dass die Waffe, mit der Gzuz in der Silvesternacht vermutlich geschossen hatte, ihm gehöre. Er habe diese im Haus seiner Tochter vergessen. Unklar blieb dabei, ob der Zeuge überhaupt eine Waffe besitzen darf. Außerdem gab der 59-Jährige an, diese nicht erworben, sondern vor Jahren auf einem Dachboden gefunden zu haben. Er besitze auch noch weitere Waffen, darunter eine Armbrust. Richter Krieten ordnete ein Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Waffengesetz an. Er bekundete außerdem Zweifel an den Angaben, woraufhin der Mann weitere Aussagen verweigerte. 

Als zweiten Zeugen hatte Gzuz den 187-Coach Aaron Badou (34) und Verlobten von Rapperin Eunique zur Verhandlung gebeten: Dieser erklärte, dass es sich bei den gefundenen Drogen in der Wohnung des Rappers um seine eigenen handle. "Ich bin leidenschaftlicher Kiffer", beschuldigte Badou sich selbst, verweigerte dann aber weitere Aussagen und kassierte von Krieten ein Ordnungsgeld in Höhe von 200 Euro. 

Auch seine Aussagen ließen Staatsanwalt und Richter zweifeln. "Ich denke manchmal, ich bin hier bei RTL2!", so Krieten nach der Verhandlung.

Der Prozess wird Mitte Juli fortgesetzt. Zunächst wurden zwei weitere Verhandlungstage angesetzt. Ursprünglich hatte es nur drei Prozesstage geben sollen. 

Titelfoto: Georg Wendt/dpa, Screenshot Instagram_coacha4

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