Bagger, Bowle und Banger: So war das Wochenende auf dem Full Force Festival

Ferropolis - Hurricane, Southside und das Full Force: Musikfreunde waren am Wochenende in ganz Deutschland unterwegs, um ihre Lieblingskünstler und - Bands auf Festivals live zu sehen und alle waren sie widrigen Wetter-Umständen ausgesetzt. TAG24 hat den Sonntag auf dem "most metal place on earth" in Ferropolis verbracht und statt in Pfützen und Schlamm in Erdbeerbowle und guter Laune gebadet.

Trotz Schlamm und Regen ließen sich die Full-Force-Besucher nicht die Laune am Moshen verderben.
Trotz Schlamm und Regen ließen sich die Full-Force-Besucher nicht die Laune am Moshen verderben.  © PR/Full Force

"Never change a running system": Bereits im letzten Jahr mussten Fans der härteren Musik des Full Force am Anreisetag Donnerstag und Freitag noch bei Regen und Sturm ihre Standfestigkeit beweisen, bevor die Sonne unter den Pavillons hervorlockte.

Auch am diesjährigen Freitag wurde das Infield kurzzeitig evakuiert, weil ein Unwetter samt Mini-Tornados über Ferropolis hinwegzog und an dem ein oder anderen Zelt rüttelte.

Ein paar wenige Auftritte mussten deshalb abgesagt oder verlegt werden - beispielsweise die Hardcore-Punker von Lionheart vertagten ihre Show kurzerhand vom frühen Gewitter-Abend auf kurz nach Mitternacht, um ihre Fans nach dem Regen wieder warm und trocken zu rocken.

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Highlights und Headliner wie die Architects oder Genre-Überläufer Alligatoah konnten die Mad Max Stage wie geplant voll machen.

Mehr oder weniger verkatert und erholt starteten die Metal-Fans in einen um einiges freundlicheren Samstag und durften sich am Vormittag an einem sportlichen Drumherum-Programm abseits der Bühnen erfreuen:

Unter anderem beim Schwarzen Yoga wurden die Festival-Besucher angeleitet, den vom Headbangen verspannten Nacken zu lockern und sich in einigen aktivierenden Asanas das nächste Bier zu öffnen. Mobilisiert und vitalisiert ging es dann in den zweiten Festival-Tag mit Bad Religion, den Dropkick Murphys und Kanonenfieber.

Metalcore aus Brighton: Die Architects waren Headliner des Festivals.
Metalcore aus Brighton: Die Architects waren Headliner des Festivals.  © PR/Full Force
Rapper Alligatoah (34) schlägt seit Neustem härtere Klänge an - die Fans auf dem Full Force feierten den Umschwung.
Rapper Alligatoah (34) schlägt seit Neustem härtere Klänge an - die Fans auf dem Full Force feierten den Umschwung.  © PR/Full Force
Zeal & Ardor schlossen mit ihrem Auftritt die Medusa-Stage - die Musiker mischen Black Metal mit Gospel.
Zeal & Ardor schlossen mit ihrem Auftritt die Medusa-Stage - die Musiker mischen Black Metal mit Gospel.  © Anna Gumbert

Full Force zählt mehr als 18.000 Besucher

Das liebste Getränk von Metal-Fans (nach Bier): Erdbeere-Bowle.
Das liebste Getränk von Metal-Fans (nach Bier): Erdbeere-Bowle.  © Anna Gumbert

Am Sonntag gab es kurz nach dem Auftritt der Party-Metaller von The Butcher Sisters die nächste Hiobsbotschaft: Auch wie im letzten Jahr ging der Vorrat des Lieblings-Force-Getränks Erdbeerbowle bereits am frühen Nachmittag zur Neige.

Nichtsdestotrotz fand auch der dritte Festival-Tag ein krönendes Ende. Nachdem die Industrial-Lieblinge von Health und das Gospel-Metal Gespann von Zeal & Ardor die Medusa-Stage direkt am Strand des Gremminer Sees in atmosphärische Klänge und Lichter getaucht hatten, gab der letzte Headliner Five Finger Death Punch den Besuchern mit Laser-Show und altbekannten Bangern den Rest.

18.000 Tickets wurden laut Veranstalter in diesem Jahr verkauft, ein Datum für das nächste Jahr ist noch nicht fix.

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Auch wenn das Line-up wieder einmal ein wirklich abwechslungsreiches Potpourri aus Genres wie Metal, Punk, Rock und Hardcore darstellte und auch ein gutes Level an Diversität gegeben war, sind die Rufe der Fans nach stärken Headlinern im Folgejahr zu unterschreiben. Dass die Getränke- und Imbiss-Preise in Anbetracht der aktuellen wirtschaftlichen Lage in der Kulturlandschaft weiter angehoben wurden, dürfte für viele Fans gerade noch unter der Schmerzgrenze liegen.

Auch die gleichzeitige Platzierung von Sponsoren wie der Zigaretten-Marke Pall Mall und der Öko-Oase FAIROPOLIS mit Organisationen im Einsatz gegen Krebs und Umweltverschmutzung ist wohl ein schmaler Grat.

Nichtsdestotrotz werden wohl viele Metal-Fans berechtigterweise auch im nächsten Jahr den Weg in die Stadt aus Eisen antreten - und für den obligatorischen Unwetter-Freitag gewappnet sein.

Titelfoto: PR/Full Force

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