Hamburg - Vergangene Woche machte die Hamburger Star-Designerin Ella Deck (50) gegenüber TAG24 öffentlich, dass gleich alle ihre Social-Media-Accounts, darunter auch ihr Business-Account, gehackt worden sind. Sie hoffte durch die Öffentlichkeit auf Hilfe, doch eine Woche später ist die Situation für die Unternehmerin noch immer unverändert.
"Ich habe mich am Montag an eine Kanzlei gewendet, die mir nach der Veröffentlichung mehrfach empfohlen wurde. Jetzt warte ich auf eine Antwort", erzählt Ella Deck gegenüber TAG24.
Die mögliche juristische Unterstützung dürfte allerdings teuer werden. Nach Angaben der Hamburger Designerin könnte die Wiederherstellung ihres Business-Accounts (@ella_deck_couture) eine vierstellige Summe kosten.
Auf den Instagram-Account hat die 50-Jährige weiterhin keinen Zugriff. Auch vom Meta-Support wartet sie bislang vergeblich auf eine Reaktion. Eine entsprechende TAG24-Anfrage an den Konzern blieb zunächst ebenfalls unbeantwortet.
Für Deck wäre ein dauerhafter Verlust ihres Accounts ein schwerer Schlag. "Über zehn Jahre Arbeit einfach weggewischt. Die ganzen Veröffentlichungen kann ich gar nicht wiederherstellen", so die 50-Jährige vergangene Woche.
Der Account sei für sie weit mehr als nur ein Social-Media-Profil: Er diene als Schaufenster für ihre Mode, als wichtigste Werbeplattform und als direkter Draht zu ihren Kundinnen. "Ich verdiene damit natürlich auch Geld", so die Unternehmerin.
Besonders bitter: Seit rund einem Jahr arbeitet sie an einem neuen Style-Coaching-Angebot. "Dafür wollte ich jetzt anfangen, Werbung zu machen. Doch alles steht still."
Polizeisprecher: "Social-Media-Accounts sind für Kriminelle attraktiv"
Unterdessen beschäftigt der Fall auch die Ermittlungsbehörden.
Ein Sprecher der Polizei Hamburg bestätigte gegenüber TAG24, dass das Landeskriminalamt nach Ella Decks Anzeige ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts des Ausspähens von Daten führt.
Wie häufig vergleichbare Fälle tatsächlich vorkommen, lässt sich laut Polizei allerdings nicht beziffern.
Zwar werden Delikte wie das Ausspähen oder Abfangen von Daten in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst. Eine gesonderte Auswertung für gehackte Social-Media-Konten existiert jedoch nicht.
Nach Einschätzung der Ermittler ist in den vergangenen Jahren dennoch ein deutlicher Anstieg solcher Fälle zu beobachten.
Als Gründe nennt die Polizei die wachsende Zahl von Nutzerinnen und Nutzern sozialer Netzwerke sowie die zunehmende Professionalisierung der Täter. Cyberkriminelle setzten immer häufiger auf Phishing, Social Engineering oder Schadsoftware, um sich Zugang zu fremden Konten zu verschaffen.
"Social-Media-Accounts sind für Kriminelle attraktiv, da sie sich beispielsweise für Betrug, Erpressung oder die Verbreitung von Falschinformationen missbrauchen lassen", erklärt Polizeisprecher Sören Zimbal gegenüber TAG24.
Nachdem ihr Account gehackt worden war, befürchtete auch Ella Deck zunächst, die Täter könnten sie zusätzlich erpressen. Dazu kam es bislang zum Glück nicht.