Aktuell herrscht Funkstille: Sohn von Reinhold Messner will es "anders machen" als sein Vater
Von Michael Donhauser und Benedikt Zinsmeister
Augsburg - Der Bergsteiger Simon Messner (36), Sohn des Extrembergsteigers Reinhold Messner (81), will mehr Vater als Abenteurer sein.
"Also ich möchte nicht falsch verstanden werden, aber ich möchte es einfach anders machen", sagte Messner.
"Ich sehe es als meine Verantwortung, als Elternteil da zu sein und mich zu kümmern. Vor allem in den ersten Jahren", sagte der Vater einer Tochter der "Augsburger Allgemeinen" (Mittwoch).
"Bergsteigen wird immer gefährlicher wegen der Klimaveränderung", betonte Messner. "Also ich merke sehr eindeutig, dass in den letzten Jahren der Steinschlag massiv zugenommen hat", fügte er hinzu. "Eine Gefahr, die man kaum einschätzen kann", betonte er.
"Ich habe mittlerweile an die zehn Partner, Freunde, Bekannte verloren am Berg", erklärte der Südtiroler. "Wirklich selbst Vater zu werden, war der große Umbruch." Er sei seither kaum noch zum Bergsteigen gegangen.
Simon Messners neuer Kinofilm "Aus dem Schatten" hat am Donnerstag beim Münchner Filmfest Premiere. Mit dem Titel ist der 36-Jährige nicht ganz glücklich. Er habe nicht die volle Entscheidung über den Titel gehabt.
Doch er verspricht: "Der Film beleuchtet da Bergsteigen, wie man es vielleicht noch nie beleuchtet hat."
Simon Messner hat zu seinem berühmten Vater keinen Kontakt mehr
Zu seinem Vater habe er auf dessen Wunsch hin derzeit keinen Kontakt. Zuletzt gab es Streitigkeiten um das Erbe. Er habe schon öfter versucht, mit ihm wieder ins Gespräch zu kommen, "aber dann kommt sofort ein Schreiben über einen Anwalt. Er wünscht keinen Kontakt mehr zu mir, was mich sehr schmerzt."
Sein gesamtes früheres Umfeld habe Schwierigkeiten, den 81-Jährigen zu erreichen. "Es ist schon sehr skurril, zu behaupten, man wurde entsorgt und man weigert sich, zur gleichen Zeit die Kinder zu treffen. Es ist sehr, sehr traurig."
Titelfoto: BREUEL-BILD/dpa
