Bitter! Völlig entkräfteter Zverev scheidet bei Australian Open aus

Melbourne - Am Ende hat es körperlich einfach nicht gereicht! Ein sichtlich angeschlagener Alexander Zverev (25) ist in der zweiten Runde der Australian Open gegen den Lucky Loser Michael Mmoh (25) ausgeschieden.

Alexander Zverev (25) war körperlich am Ende, kämpfte aber dennoch wie ein Löwe.
Alexander Zverev (25) war körperlich am Ende, kämpfte aber dennoch wie ein Löwe.  © Ng Han Guan/AP/dpa

Der Hamburger unterlag dem US-Amerikaner mit 7:6 (1), 4:6, 3:6 und 2:6.

Für Zverev war es das erste Grand-Slam-Turnier und das zweite Turnier überhaupt nach seiner sieben Monate langen Pause wegen eines siebenfachen (!!) Bänderrisses, den er bei den French Open Anfang Juni 2022 erlitten hatte.

"Es war nicht genug von mir. Aber es ist nicht so, dass ich mir eine Riesenschuld geben muss. Ich habe harte Arbeit vor mir, um wieder da hinzukommen, wo ich war", sagte Zverev nach der Niederlage.

Alexander Zverev: Tennisprofi Zverev steht erstmals im Finale der French Open
Alexander Zverev Tennisprofi Zverev steht erstmals im Finale der French Open

Im Tie-Break des ersten Satzes ging es los, dass Zverev sich immer wieder mit der Hand an die linke Rückseite seines Oberschenkels und Pos fasste.

Zweifelnde Blicke warf er seiner Box zu, generell wirkte er sehr gedämpft, zeigte wenig Emotionen.

Die erste Runde, in der der Hamburger einen 1:2-Satzrückstand noch drehte, hatte ihm nach seiner langen Verletzungspause körperlich alles abverlangt.

Im zweiten Durchgang war nichts drin, er verlor 4:6. Dabei hatte ihm vorher ein Vogel auf den Kopf geschissen, das soll doch eigentlich Glück bringen.

Im dritten Durchgang war der Deutsche wieder voll da, schnupperte beim 2:1 am Break. Dann brachen emotional das erste Mal die Dämme, als er das 0:30 von Michael Mmoh nicht nutzen konnte. Er schimpfte und schrie zu seiner Box: "Es ist unglaublich, was ich alles liegen lasse!" Aus der Ruhe bringen ließ er sich aber nicht und servierte souverän zur 3:2-Führung.

Alexander Zverev gehen in der zweiten Runde nach sieben Monaten Verletzungspause die Kräfte aus

Freundin Sophia Thomalla (33) war auch beim Zweitrunden-Match ihres Freundes dabei.
Freundin Sophia Thomalla (33) war auch beim Zweitrunden-Match ihres Freundes dabei.  © Frank Molter/dpa

Wie schon in der ersten Runde wurde es dramatisch. Mmoh gelang das Break zum 4:3, dann hatte der Hamburger selbst zwei Möglichkeiten, dem US-Amerikaner den Aufschlag abzunehmen, doch beide Male half dem Außenseiter die Netzkante - unglaublich!

Eine dritte Chance vergab er mit einem Return-Fehler. Es kam, wie es kommen musste: Mmoh nutzte dann die erste eigene Gelegenheit, dieses Game für sich zu entscheiden mit einem Ass und ging mit 5:3 in Führung.

Körperlich hatte der beste deutsche Tennisspieler immer mehr zu kämpfen. Im folgenden Spiel konnte er seinen Aufschlag erneut nicht halten, somit stand es 2:1 nach Sätzen für den Gegner.

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Der vierte Durchgang begann nicht gut. Der 25-Jährige lag mit Break gegen sich schnell mit 0:2 hinten. Nachdem er kurz völlig entkräftet und konsterniert wirkte, kämpfte er dann aber wie ein Löwe und glich zum 2:2 aus.

Doch erneut musste Zverev einen Nackenschlag einstecken, gab seinen Aufschlag mit einem Doppelfehler zum 2:4 ab. Mmoh nutzte die Chance und ging mit 5:2 in Führung.

Nach 3.25 Stunden hatte der US-Amerikaner bei Aufschlag Zverev den ersten Matchball, den nutzte er sofort.

Titelfoto: Ng Han Guan/AP/dpa

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