Danzig (Polen) - Sie war für einen Kurztrip unter anderem in Bonn unterwegs. Doch kaum ist Anna Heiser (36) zurück in ihrem Heimatland Polen, meldet sie sich mit gleich zwei eher ungewöhnlichen Instagram-Postings, in denen sie sich negativ über Deutschland äußert. In ihrem zweiten Beitrag nutzt sie dann sogar das böse Wort, das Bundeskanzler Merz (70, CDU) vor einigen Wochen in massive Erklärungsnot gebracht hat: "Stadtbild".
"In diesem Video geht es nicht um ein politisches Statement", warnt die ehemalige "Bauer sucht Frau"-Teilnehmerin gleich zu Beginn des ersten Postings vom Sonntag.
Dumm nur: Danach wird es dann doch politisch. Denn Anna wundert sich sehr über Deutschland. "Ich vermisse die sauberen Straßen, gepflegten Fassaden und öffentliche Orte, auf die man stolz sein konnte. Heute fällt mir immer häufiger auf, wie viel Müll herumliegt", sagt sie mit Blick vor allem auf NRW.
Dazu blendet Anna eine Aufnahme vom Boden des Dortmunder Flughafens ein, der wirklich an dem Punkt ziemlich dreckig aussieht. "Liegt es an den fehlenden Arbeitskräften?", fragt die zweifache Mutter an anderer Stelle.
Kein Wunder, dass sich viele User von diesem Statement - das ungewollt politisch ausfällt - auf die Füße getreten fühlen. Doch am Montagnachmittag legt die Influencerin kräftig nach.
Anna Heiser zeigt sich am Sonntag enttäuscht von Deutschland
Am Montagnachmittag legt Anna Heiser gegen Deutschland nach
"Ich finde es einfach schade zu sehen, dass viele öffentliche Orte aus meiner Sicht nicht mehr so sauber sind, wie ich sie früher in Erinnerung habe. Woran das liegt, weiß ich nicht", regt sich die ehemalige Mitbürgerin erneut auf.
Diesmal scheint sie allerdings auch auf negative Kritik ihrer - vermutlich deutschen - Follower einzugehen. Dann tritt sie sogar in die Fußstapfen des amtierenden Bundeskanzlers.
"Ich finde es nicht in Ordnung, dass man sofort abgestempelt wird, nur weil einem das Stadtbild nicht egal ist. Es sollte doch möglich sein, über einen konkreten Missstand zu sprechen, ohne dass einem automatisch eine politische Haltung unterstellt wird", ärgert sich Anna.
Kontra bekommt sie für ihre Aussagen aber bei Weitem nicht nur. Im Gegenteil: Ihre Kommentarspalte ist voller Herzchen und unterstützender Beiträge. In jedem Fall kommt die 36-Jährige um eines nicht herum: Diese Beiträge sind politisch.