Cathy Hummels postet Nazi-Parole, AfD-Chef Höcke will Anzeige erstatten

München - Da hat die Influencerin und Moderatorin Cathy Hummels (36) sich ordentlich selbst ins Bein geschossen – und das ausgerechnet in Bezug auf die Fußball-EM. In einem Instagram-Beitrag schrieb sie: "Das wird ein grandioses Erlebnis. ALLES FÜR DEUTSCHLAND!"

Influencerin und Moderatorin Cathy Hummels (36) hat sich auf Instagram mit nur drei Worten einen bitteren Patzer erlaubt.
Influencerin und Moderatorin Cathy Hummels (36) hat sich auf Instagram mit nur drei Worten einen bitteren Patzer erlaubt.  © Henning Kaiser/dpa

Nur kurze Zeit, nachdem der Thüringer AfD-Chef Björn Höcke (52) genau für den zweiten Satz vom Landgericht Halle zu einer Geldstrafe von 13.000 Euro verurteilt wurde.

Das Problem: "Alles für Deutschland" ist eine verbotene Parole der SA (Sturmabteilung) der NSDAP und kann damit laut Paragraf 86 (StGB, "Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger und terroristischer Organisationen") strafbar sein.

Genau hier ist aber der Knackpunkt: kann. Wenn man diese Worte nämlich beispielsweise in einem ähnlichen Kontext wie die SA verwendet. Oder um eine vergleichbare Ideologie zu befeuern. Im Fall Höcke sah das Gericht den Tatbestand jedenfalls als strafbar an.

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Cathy Hummels – die noch dazu einen Fußball und einen Werbepartner zu dem Text gepostet hat – scheint dagegen gänzlich unverdächtig, diese drei Worte in einem politischen oder rechts-ideologischen Kontext verwendet zu haben.

Denn per se ist der Satz vielleicht zwar problematisch, nicht aber unbedingt strafbar. Der Zusammenhang macht den großen Unterschied. Dennoch nutzt Höcke nun genau das, um sich mutmaßlich als Justizopfer zu inszenieren.

Hummels habe Höckes "Nazi-Spruch nicht mitbekommen"

Fühlt sich erneut ungerecht behandelt: Thüringens AfD-Chef Björn Höcke (52).
Fühlt sich erneut ungerecht behandelt: Thüringens AfD-Chef Björn Höcke (52).  © Ronny Hartmann / POOL / AFP

Auf der früheren Twitter-Plattform "X" schreibt der Politiker: "Sehr geehrte Frau Hummels, ich werde Sie leider bei Staatsanwalt Brenzler in Halle anzeigen müssen. Nicht weil ich etwas gegen Sie habe, aber um die Absurdität des Urteils gegen mich zur Kenntlichkeit zu entstellen."

Dass die problematische Aussage in einem völlig anderen Kontext steht, verschweigt der AfD-Mann dabei gänzlich. Auch, warum er in Halle Anzeige erstatten möchte, wo doch für die in München lebende Influencerin eine ganz andere Staatsanwaltschaft zuständig ist. Aber was sagt nun Hummels selbst zu dem Posting-Patzer?

Mehreren Medienvertretern antwortete die Moderatorin auf diesen Fall angesprochen: "Asche über mein Haupt, ich habe die Berichterstattung zu dem Höcke-Prozess und dessen Nazi-Spruch nicht mitbekommen und wusste nicht, welchen Hintergrund er hat."

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Und sie fügte direkt an: "Ich habe ihn sofort gelöscht und distanziere mich ausdrücklich von rechtsradikalen Parolen und Parteien wie der AfD."

Bislang sei bei ihr auf jeden Fall (noch?) keine Anzeige eingegangen. Nur ein PR-Move von Höcke? Oder wurde ihm wegen mangelnder Erfolgsaussicht abgeraten? Vielleicht dauert es auch nur etwas, bis der Brief bei der 36-Jährigen ankommt. Ob sie die Zeit nutzt, um ein paar News-Apps zu installieren?

Höcke ist auf jeden Fall ohnehin vorerst noch – juristisch gesehen – mit seiner Verurteilung beschäftigt. Denn seine Verteidiger haben am Mittwoch Revision gegen das Urteil eingelegt – und es damit zu einem Fall für den Bundesgerichtshof gemacht.

Titelfoto: Montage: Henning Kaiser/dpa + Ronny Hartmann / POOL / AFP

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