Ex-"Promi Big Brother"-Star knöpft sich Dubai-Influencer vor: "Werden die Quittung kassieren"
Berlin/Dubai – Der Berliner DJ und Schauspieler Senay Gueler (49, "4 Blocks") hat sich nach seinem Umzug in die Golfmetropole Dubai kritisch zur aktuellen Debatte um Influencer vor Ort geäußert.
Der frühere "Promi Big Brother"-Kandidat, der erst vor wenigen Monaten aus beruflichen Gründen in das Influencer-Paradies gezogen ist, erzählt im Interview mit dem "Berliner Kurier", dass er Raketen- und Drohnenangriffe aus nächster Nähe erlebt habe.
"Tatsächlich kamen die Raketen zuerst, wir haben also erst die Abschüsse gehört. Erst danach kam die Meldung, was eigentlich los ist", berichtet der Unternehmer im Gespräch. Die Situation sei für ihn, der "noch nie in einem Kriegsgebiet" gewesen sei, "befremdlich und auch ein Stück weit beängstigend" gewesen.
Trotz der dramatischen Erlebnisse mahnt Gueler zur Einordnung. Zwar habe er die ersten Tage als "echt heftig" empfunden, gleichzeitig wolle er die Lage nicht überdramatisieren. Im Vergleich zu anderen Konfliktregionen fühle er sich weiterhin sicher.
Im Zentrum seiner Kritik stehen jedoch die Influencer, die Dubai in sozialen Netzwerken häufig als besonders sicheren Ort darstellen: "Es gibt in Dubai strenge Gesetze, was Social Media angeht. Es dürfen keine Fake News verbreitet werden", erklärt er. Gleichzeitig seien bestimmte Inhalte tabu, zum Beispiel Aufnahmen von Angriffen oder öffentlichen Gebäuden.
Senay Gueler sieht sich nicht dauerhaft in Dubai
Wer sich nicht daran halte, müsse mit Konsequenzen rechnen. "Da waren einige Leute zu schnell mit dem Posten und haben sich dadurch selbst ein Ei gelegt. Die haben das teilweise so ausgeschlachtet und für sich selbst genutzt, dass sie gar nicht über die Konsequenzen nachgedacht haben", gibt der 49-Jährige zu Protokoll.
"Viele Leute werden die Quittung dafür kassieren. Vielleicht wird ihnen die Influencer-Lizenz entzogen oder sie kassieren empfindliche Strafen", vermutet der Künstler. Besonders deutlich wird er bei möglichen Sanktionen: "Für Hetze im Netz kannst du locker ein Jahr in den Knast gehen oder 20.000 Euro Strafe zahlen."
Gleichzeitig kritisiert der gebürtige Odenwälder auch die Reaktionen aus Deutschland. Die teils scharfe Häme gegenüber Influencern, die Dubai verlassen wollten, empfindet er als überzogen.
"Schadenfreude ist was typisch Deutsches", wird der Schauspieler deutlich und fordert mehr Mitgefühl gegenüber Betroffenen. Aussagen wie "Ihr habt euch das ausgesucht" halte er für problematisch.
Langfristig plant Gueler nach eigenen Angaben keine dauerhafte Zukunft in Dubai. Trotz positiver Aspekte wie Sicherheit, Digitalisierung und geringer Bürokratie sei die Wüstenmetropole nicht der Ort, an dem er sein Leben verbringen wolle. Seine Familie lebt weiterhin in Berlin, wohin er regelmäßig zurückkehrt und wo er nun auch einige Wochen verbringen wird.
Titelfoto: Screenshot/Instagram/senay1707

