YouTuber wittert Verschwörung: Kliemannsland distanziert sich von Fynn - oder doch nicht?

Rüspel – Der Skandal um Fynn Kliemann (34) geht weiter: Nun will der in die Kritik geratene Influencer eine "woke linke Szene" ausgemacht haben und hat sich vor Mitstreiter seines Event-Standortes "Kliemannsland" gestellt, dass sich angeblich von ihm distanzieren will.

Fynn Kliemann (34) wird Betrug mit Corona-Schutzmasken vorgeworfen.
Fynn Kliemann (34) wird Betrug mit Corona-Schutzmasken vorgeworfen.  © Hauke-Christian Dittrich/dpa

Der YouTuber trendet abermals auf Twitter. Es heißt, dass sich das Kliemannsland von ihm distanziere, weil es ein neues Video gebe, in dem dies behauptet werde. Doch da ist nicht viel dran.

Die Unternehmer beteuerten zwar, sich bereits von dem Künstler und Multi-Talent distanziert zu haben. Doch sie wollen weitermachen wie bisher.

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Fynn Kliemann sagte in einer emotionalen Story auf Instagram: Er habe Fehler gemacht, er habe sich entschuldigt. Zugleich betonte er: "Aber hier werden Leute, die für sich und dich entschieden haben, sich selbst zu verwirklichen, für mich in Sippenhaft genommen und das ist falsch. Was hat das 'Kliemannsland' damit zu tun? Nichts. Und die Leute da erst recht nicht."

Kliemann sagte auch, das "Kliemannsland" stehe gegen Regeln von Menschen mit Zeigefingern und Vorurteilen. "Aber da gibt es diesen einen Teil in der woken linken Szene, der das einfach nicht akzeptieren kann."

Als woke (übersetzt etwa "aufgewacht") wird jemand bezeichnet, der Ungerechtigkeiten in einer Gesellschaft empfindet und diese thematisiert. Das Adjektiv wird mittlerweile auch in einem negativen Sinne verwendet.

Kliemann startete vor Jahren den Event-Standort im niedersächsischen Ort Rüspel bei Bremen, es ist eine Art Abenteuerspielplatz für Erwachsene. Es wird gebastelt, geschraubt, Musik gemacht - man kann Workshops buchen.

Kliemann kennt man auch durch seine Do-it-Yourself-Clips auf YouTube, wo ihm Hunderttausende folgen. Geschäftsmann Kliemann kritisierte in dem Instagram-Beitrag auch Medien, die über seinen Fall berichteten.

Kliemannsland: "Wir machen weiter!"

Ermittlungsverfahren gegen YouTuber eingeleitet

Der Musiker nahm mehrmals auf Instagram Stellung.
Der Musiker nahm mehrmals auf Instagram Stellung.  © Screenshot/Instagram, fimbim

Anfang Mai geriet er durch einen TV-Beitrag von Satiriker Jan Böhmermann wegen Verbindungen zu einer Textilfirma rund um das Geschäft mit Schutzmasken in die Kritik.

Im Raum steht die Frage, ob die Produktionsherkunft - Asien statt Europa - bei Geschäften der Firma mit einem Großhändler im Jahre 2020 bewusst verschwiegen worden war.

Kliemann und die Firma hatten sich dann unabhängig voneinander mehrmals zu Wort gemeldet und den kleinteiligen Fall erläutert. Kliemann hatte sich nach eigenen Angaben vor allem mit seiner Bekanntheit, seinem Namen und unentgeltlich dafür eingesetzt, dass in der Pandemie schnell Masken hierzulande auf Großhandelsebene organisiert werden.

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Gegen Kliemann läuft derzeit ein Ermittlungsverfahren wegen Betrugsverdachts im Kontext des TV-Beitrags. Eine Anfrage bei dem Influencer für eine Reaktion darauf blieb bislang unbeantwortet. Die Ermittler hatten nach eigenen Angaben mindestens eine Anzeige erhalten und leiteten später das Ermittlungsverfahren ein.

Kliemann verlinkte in seinem Instagram-Post auch auf ein YouTube-Video des "Kliemannslands". In diesem zeigen Mitstreiter des Standortes, wie Kooperationspartner seit dem TV-Beitrag nach und nach absprangen.

In dem Video mit der Überschrift "Das Kliemannsland hat sich von Fynn Kliemann distanziert" wird für ein Event in einigen Tagen geworben. Man wolle weitermachen.

Titelfoto: Hauke-Christian Dittrich/dpa

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