Köln - Horst Lichter (63) kennt man eigentlich nur gut gelaunt und mit flotten Sprüchen. Doch der ehemalige TV-Koch und jetzige "Bares für Rares"-Moderator macht deutlich, wie dunkel einige Phasen seines Lebens wirklich waren.
Im Interview mit dem Zeit-Magazin hat Lichter sehr persönliche Einblicke gegeben. Dabei erzählt er von einem schweren Unfall in der Kindheit bis zum frühen Verlust seines Vaters.
Besonders hart traf ihn jedoch der wirtschaftliche Absturz nach der Pleite seines Restaurants vor rund 30 Jahren, in dessen Folge er zeitweise sogar den Lebenswillen verlor.
"Die Situation schien ausweglos", erinnert er sich. "Ich hatte Angst, dass alle über mich lachen würden: Jetzt ist er doch plattgegangen mit seiner Spinnerei!", blickt der heute 63-Jährige nachdenklich zurück.
Aus Verzweiflung habe er sich auf sein Motorrad gesetzt: "Wenn du jetzt verunfallst, so war meine Idee, hast du eine Lebensversicherung. Dann merkt keiner was von deinen finanziellen Problemen."
Heute bezeichnet er diesen Gedanken selbst als "Scheißidee". Er habe gelernt: "Du musst leiden, damit der Schmerz weggeht."
Nach zwei Schlaganfällen setzte Horst alles auf sein Restaurant
Die Geschichte hinter Horsts Restaurant hat es in sich: Der in Rommerskirchen im Rheinland geborene gelernte Koch hatte nach zwei Schlaganfällen mit Mitte zwanzig den Job als Arbeiter im Braunkohle-Tagebau geschmissen, um sich den Wunsch vom eigenen Restaurant zu erfüllen.
Trotzdem wollte Lichter nicht aufgeben. Statt sich von Rückschlägen unterkriegen zu lassen, entwickelte er einen ganz eigenen Antrieb: "Ich dachte, was würde alle, die vielleicht lachen, am meisten ärgern? Wenn du es schaffst."
Also stürzte er sich zusammen mit seiner heutigen dritten Frau erneut voll in die Arbeit, um das Restaurant doch noch zu retten. Dabei bekam das Paar unerwartete Unterstützung.
"Wildfremde Menschen waren das teilweise, die fanden das toll. Und damals war noch kein Fernsehen in Sicht oder Berühmtheit oder irgendwas", erinnert sich der TV-Star.
Heute sagt Horst rückblickend: "Ich wünsche meine Schicksalsschläge keinem anderen. Aber ich gucke immer auf heute. Ich mag den, der ich heute bin. Der wäre ich nicht, wäre früher irgendetwas anders gelaufen."