In neuem Film: Sandra Hüller verrät, wie es ist, einen Mann zu spielen
Von Sabrina Szameitat, Peter Claus, Julia Kilian und Lisa Forster
Berlin - Wie fühlt es sich an, eine Frau zu spielen, die sich als Mann ausgibt? Sandra Hüller (47, "Anatomie eines Falls") hat für diese Rolle in ihrem neuen Film eine spürbare körperliche Veränderung erlebt.
Die Schauspielerin ist in dem Berlinale-Wettbewerbsfilm "Rose" als Frau zu sehen, die versucht, im 17. Jahrhundert in einem Dorf als vermeintlicher Mann zu überleben.
"Ich habe schon gemerkt, dass sich meine Körperlichkeit in dieser Zeit verändert hat", sagte Hüller der Deutschen Presse-Agentur. "Das hat sicherlich mit dem Entdecken von dem zu tun, wie man sich bewegt, was es bedeutet, diese Rüstung anzuhaben, diese Narbe zu haben und diese schweren Schuhe zu tragen".
Regisseur Markus Schleinzer (54) habe gewollt, dass sie eine bestimmte Form von Training absolviere: Krafttraining und Kampftraining. "Natürlich nicht so, dass ich tatsächlich in einem Action-Film mitspielen könnte, aber ich hätte gewusst, wie ich mich verteidigen kann. Das fand ich eigentlich nicht so schwer."
Viel schwerer als alle körperlichen Veränderungen, so die vielfach ausgezeichnete Schauspielerin, sei es ihr hingegen gefallen, diese Lüge und Spannung aufrechtzuerhalten, einen Rundumblick zu haben: "Wer kommt von wo? Wer sieht was von mir? Was kann ich zeigen? Was nicht? Wo bin ich wirklich alleine?"
Der Film gilt derzeit als aussichtsreicher Kandidat auf den Goldenen Bären. Neben "Rose" laufen 21 weitere Filme im Berlinale-Wettbewerb.
Titelfoto: Christoph Soeder/dpa
