Influencerin Laura warnt: "Eines der größten Probleme unserer Zeit"
Kassel - "Freunde der Sonne, wir müssen heute über eines der größten Probleme unserer Zeit sprechen, nämlich dass Klassenbewusstsein fast komplett zerstört wurde": Mit diesen Worten wendet sich Influencerin Laura Strutzke (21) in ihrem jüngsten Instagram-Reel an ihre Fans.
"Früher wussten Menschen wenigstens noch, dass da oben die sind, die besitzen, und unten die sind, die arbeiten", setzt die im nordhessischen Kassel aufgewachsene 21-Jährige in dem Clip hinzu.
Laura erinnert damit an die grundlegende ökonomische Spaltung der Menschen in kapitalistischen Gesellschaften wie Deutschland in eine sehr große Mehrheit, die ihre Arbeitskraft für Lohn verkaufen muss, und eine sehr kleine Minderheit, die ein luxuriöses Leben führt, ohne arbeiten zu müssen, weil sie die Konzerne in Form von Aktien besitzen.
Doch die meisten Menschen seien sich dieser Spaltung nicht mehr bewusst, betont die Influencerin. Stattdessen würden die Probleme, die aus dieser extremen Ungleichheit resultierten, als jeweils individuelles Versagen angesehen.
"Denn in unserem System bist Du ja nicht arm, wegen zu niedrigen Löhnen, sondern weil Du nicht hart genug gearbeitet hast", trägt Strutzke mit ironischem Tonfall vor.
"Du bist nicht erschöpft, wegen Leistungsdruck, Du bist einfach nicht diszipliniert genug", und "Du kannst Dir keine Wohnung leisten, ja, dann hast Du halt irgendwann mal die falsche Entscheidung getroffen", ätzt sie weiter.
Laura Strutzke bemängelt: Klassenbewusstsein "durch Konsum-Identität" ersetzt
Dadurch, dass alle diese Themen immer als individuelles Versagen der einzelnen Personen behandelt würden, werde die eigentliche Ursache verschleiert: die Klassenspaltung und die daraus resultierende "strukturelle Macht".
Diesem Zweck diene auch, "dass uns gleichzeitig immer verkauft wird, dass wir alle 'Mittelschicht' sind".
"Der Paketbote, der Krankenpfleger, die Studentin mit Minijob, der Manager mit Eigentumswohnung, Friedrich Merz, alle haben irgendwie angeblich gesellschaftlich die gleiche Position", zählt die 21-Jährige auf.
Ein weiteres Problem sei, dass bei vielen Personen Klassenbewusstsein "durch Konsum-Identität" ersetzt worden sei: "Menschen definieren sich heute eher darüber, wie produktiv sie sind, welches Handy sie besitzen, welche Klamotten-Marke sie tragen, statt darüber, welche Stellung sie im Wirtschaftssystem haben."
Zugleich würde diese "Konsum-Identität" die Menschen auch spalten, da viele sich wegen unterschiedlicher Lebensstile oder kultureller Unterschiede bekämpften, während gleichzeitig Konzerne Rekordgewinne machten, Mieten immer weiter erhöht würden und die Vermögen der reichsten Haushalte immer weiter anwüchsen.
"Die Wahrheit ist: Eine Gesellschaft ohne Klassenbewusstsein ist extrem leicht zu kontrollieren, denn wenn Menschen nicht mehr verstehen, was sie verbindet, konzentrieren sie sich nur noch darauf, was sie trennt", endet das Statement von Strutzke, womit sie indirekt alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu Solidarität untereinander aufruft.
Titelfoto: Montage: Screenshot/Instagram/werdetlautmitlaura

