Jan Böhmermann geht auf Rundfunkanstalten los: "Das Allerletzte, das Allerdümmste"
Köln - Der Plan des WDR, den Radiosender COSMO einzustellen und unter einem neuen Namen neu auszurollen, sorgt bei Jan Böhmermann (45) für Kopfschütteln. Der ZDF-Moderator geht die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten hart an.
Zwar sei er selbst kein regelmäßiger Hörer von COSMO, das vom WDR in Zusammenarbeit mit dem RBB und Radio Bremen produziert wurde. Für Böhmermann habe der Spartensender aber eine besondere Funktion gehabt: Auch aufgrund des mehrsprachigen Programms sei COSMO "ein superbeliebter Radiosender für Menschen, die sich informieren wollen, was los ist", erzählt der 45-Jährige in der neuesten Folge seines Podcasts "Fest & Flauschig".
Dass nun ausgerechnet diese Welle eingestellt werden soll, bringt den Moderator, der seine Karriere einst selbst beim ÖRR startete, gehörig auf die Palme.
"Dass es die Sender trifft, wo originelle Inhalte stattfinden, wo es noch spannende Moderatorinnen und Moderatoren gibt, wo es interessante Inhalte gibt, dass das weggekürzt wird, ist das Allerletzte, das Allerdümmste", findet Böhmermann deutliche Worte.
Ihm als "altem öffentlich-rechtlichem Typen" sei zwar durchaus bewusst, dass das System dringend reformiert werden müsse. "Aber die Dinge wegzustreichen, die zum Kern des öffentlich-rechtlichen Auftrags gehören, ist das wirklich Dümmste, was man machen kann!", ist sich der gebürtige Bremer sicher.
Zumal aus seiner Erfahrung die "klügsten und besten Leute aus dem öffentlich-rechtlichen Radio" bei COSMO gearbeitet hätten und die "interessantesten Projekte" im COSMO-Kosmos entstanden seien.
Jan Böhmermann ätzt: "Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten scheißen sich ein!"
Auch, dass der WDR plant, einen Teil der COSMO-Redaktion in einem neuen Sender mit dem Namen "1Live Street" zu bündeln, kann den Moderator nicht besänftigen. "Ich habe mich gefragt, ob es nicht schlauer wäre und auch mehr 'on brand', wenn man den einfach '1Live Ausländer raus' nennt, damit man direkt weiß, was man bekommt", ätzt er in Richtung der Rundfunkanstalten.
Am Ende resümiert er: "Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten scheißen sich ein, öffentlich-rechtliche Managements lassen sich politisch unter Druck setzen und machen Dinge, von denen ich glaube, dass sie sie in ein paar Jahren schon wieder bereuen werden."
Titelfoto: Boris Roessler/dpa
