Kerstin Ott wütet über WM in Katar: "Eure unstillbare Gier ist der Schaden!"

Heide - Schlagersängerin Kerstin Ott (40) berührt mit ihren Songtexten die Herzen zahlreicher Fans. Auch, weil sie nicht davor scheut, schwierige und politische Themen mithilfe ihrer Musik auszudrücken. Aktuell ist die Sängerin allerdings so wütend, dass sie nicht erst einen Song schreiben kann, sondern ihren Gefühlen via Instagram freien Lauf ließ.

Kerstin Ott (40) bekennt gerne Farbe - und das nicht nur auf der Bühne.
Kerstin Ott (40) bekennt gerne Farbe - und das nicht nur auf der Bühne.  © Philipp von Ditfurth/dpa

Auslöser war eine Aussage des katarischen WM-Botschafters und früheren Fußball-Nationalspielers Khalid Salman (60), der in einem Interview, welches in der ZDF-Dokumentation "Geheimsache Katar" zu sehen ist, Homosexualität als "geistigen Schaden" bezeichnete.

Für Kerstin Ott der Tropfen, der das eh schon rissige Fass zum Überlaufen brachte: "Jahrelang wurde geworben für Menschenrechte, Respekt, Love is Love und ich weiß nicht, was alles. Es hat sich einfach zu gut verkauft, Weltoffenheit zu präsentieren. Seitdem klar ist, wo diese WM ausgetragen wird, ist dieses Märchen widerlegt", schreibt sie wutentbrannt in einem Instagram-Post.

"Wir spielen jetzt mit einer 'neuen' Kapitänsbinde (fehlen ja noch Farben) und nehmen hin, was dort 'Menschenrecht' bedeutet. Und warum? Weil keiner der Verantwortlichen anecken möchte. Und: Weil es um viel Geld geht."

Kerstin Ott kämpft gegen Klischees und Vorurteile

Mit ihrer Frau ist die Sängerin seit fünf Jahren verheiratet.
Mit ihrer Frau ist die Sängerin seit fünf Jahren verheiratet.  © Screenshot/Instagram/kerstinott_official

Die Sängerin, die seit fünf Jahren mit Ehefrau Karolina Köppen glücklich verheiratet ist, steht seit Beginn ihrer Karriere offen zu Homosexualität und kämpft gegen Klischees, Vorurteile und für Diversität.

Erst vor Kurzem veröffentlichte sie ihr Lied "Mädchen", eine Anlehnung an den Ärzte-Hit "Junge", in dem sie liebevoll aufzeigt, dass Genderrollen immer noch tief im Alltag verankert sind. "Mädchen, wer soll sich so in dich verlieben? Du treibst dich rum mit diesen Straßenjungs, in Hosen und die Kippe schief im Mund", heißt zum Beispiel eine Strophe.

Und in ihren Augen ist die WM vieles, aber bestimmt nicht divers: "Lasst euer Gerede um Vielfalt und hört auf, damit auch noch zu werben. Homosexualität ist ein geistiger Schaden? Eure unstillbare Gier ist der Schaden", betont Ott und erntet ausschließlich Zustimmung von ihren Followern.

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"Wahre Worte, Kerstin! Diese WM ist der absolute Hohn" und "Danke für dein Statement und auch ich werde keine Minute der WM schauen" sind nur wenige der zahlreichen Stimmen.

Bundesvorstand fordert Reisewarnung

Mit ihrer Meinung ist Kerstin auf jeden Fall nicht allein, seit der Veröffentlichung des Ausschnittes der ZDF-Doku rollte eine wahre Welle der Empörung durch Deutschland.

Der Bundesvorstand des Lesben- und Schwulenverbandes fordert jetzt sogar vom Auswärtigen Amt, bevor die WM am 20. November beginnt, eine Reisewarnung "für alle Lesben, Schwule[n], Bisexuelle[n], trans*, intergeschlechtliche und queere Menschen" auszurufen.

Titelfoto: Philipp von Ditfurth/dpa

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