"Haushaltslage besch***en": Gartensheriff will Weg erneuern und landet im Förder-Ärger

Leipzig - Er ist bekannt für seine witzigen Instagram-Videos, doch tatsächlich ist Kleingartensheriff Michael Baumann (62) nach wie vor Vorsitzender des Leipziger Kleingartenvereins "Gartenfreunde Südost". Mithilfe von Fördergeldern wollte der Verein nun einen jahrzehntealten Weg durch seine Anlage erneuern. Statt der erhofften Unterstützung folgte jedoch Ärger.

"Das kostet natürlich, ne?" Michael Baumanns (62) Kleingartenverein wollte im vergangenen Jahr einen Jahrzehntealten Weg erneuern. 32.000 Euro Fördergeld beantragten sie dafür. Am Ende erhielten sie die Hälfte.
"Das kostet natürlich, ne?" Michael Baumanns (62) Kleingartenverein wollte im vergangenen Jahr einen Jahrzehntealten Weg erneuern. 32.000 Euro Fördergeld beantragten sie dafür. Am Ende erhielten sie die Hälfte.  © Montage: Screenshots/instagram.com/kleingartensheriff

32.000 Euro hatten die Gartenfreunde bei der Stadt Leipzig beantragt, wie Baumann unlängst in einem Instagram-Video erklärte.

Der Weg, um den es geht, zieht sich durch die gesamte Anlage, sei inzwischen jedoch 50 bis 60 Jahre alt. "Hier muss komplett abgetragen werden. Der gesamte Weg", so der Sheriff.

Der Betrag beinhaltete einen Eigenanteil von 5000 Euro, den der Verein aufbringen musste. Als dann nach Monaten des Wartens schließlich der Bestätigungsbrief eintraf, war der Schock bei den Gartenfreunden jedoch groß: Statt den beantragten 32.000 Euro waren nur 16.000 bewilligt worden.

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Der Eigenanteil der Gartenbesitzer war dennoch gefordert. "Wir kriegen also die Hälfte und müssen aber den vollen Eigenanteil reinrechnen", erklärt Baumann.

Was den Vereinschef an der Situation besonders ärgere: die lange Wartezeit auf die Gelder. Eigentlich würden diese im Frühjahr ausgezahlt, diesmal kamen sie erst im November. "Sie sind ja teilweise da und sind im Plan der Stadt drin, aber wenn ich das höre, dass in dem Amt nur ein Mitarbeiter ist ... Wenn die dann krank werden, bleibt das liegen."

Zahl der Anträge überstieg verfügbare Mittel

Der Weg, um den es geht. Bis zu 60 Jahre soll dieser bereits alt sein. Alles müsse erneuert werden. Nun reicht das Geld jedoch nur für den halben Weg.
Der Weg, um den es geht. Bis zu 60 Jahre soll dieser bereits alt sein. Alles müsse erneuert werden. Nun reicht das Geld jedoch nur für den halben Weg.  © Montage: Screenshots/instagram.com/kleingartensheriff

Auch die Stadt begründete die lange Wartezeit auf Anfrage von TAG24 mit personellen Gründen, aber auch "der lang andauernden vorläufigen Haushaltsführung der Stadt Leipzig im Jahr 2025".

Aufgrund hoher Verschuldung hatte die Messestadt erst im September die Bestätigung ihres Haushalts erhalten. Seitdem wurde ein strenger Sparkurs verhangen, der sogar eine Haushaltssperre beinhaltete.

Auch Michael Baumann erklärt sich das ernüchternde Ergebnis damit, "dass die Haushaltslage der Stadt Leipzig, ich sag's auf Deutsch, beschissen ist".

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Tatsächlich soll die Zahl der Anträge die zur Verfügung stehenden Mittel im vergangenen Jahr jedoch überschritten haben, weshalb die Stadt priorisieren musste. "Je nach Projekt hat dies zur Folge, dass Anträge teils gänzlich abgelehnt werden müssen oder nur zu einem bestimmten Anteil gefördert werden können", erklärte das Amt für Stadtgrün und Gewässer gegenüber TAG24.

Jeder Kleingartenverein habe die Möglichkeit, in den Folgejahren erneute Anträge auf Förderung zu stellen. Bleibt zu hoffen, dass es dann mit den Mitteln passt und die Gartenfreunde noch den Rest ihres Weges erneuert bekommen.

Titelfoto: Montage: Screenshots/instagram.com/kleingartensheriff

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