Was Gast seinen Eltern zum Stadtbild erzählt, sorgt bei Markus Lanz für Entsetzen
Hamburg - Hitzige Migrations-Debatte! Am Donnerstagabend diskutierte Markus Lanz (57) in seiner Sendung über die Folgen des Flüchtlingsansturms auf Ceuta für die EU. Der geladene Gast Dennis Radtke (47, CDU) verwehrte sich dabei der Befürchtung, dass sich Zustände wie 2015 wiederholen könnten. Für den Moderator war es genau das richtige Stichwort, um die aktuelle Situation in Deutschland zu betrachten.
"Wir leiden bis heute unter dem, was damals passiert ist. Die AfD stand 2015 bei drei Prozent. Da ist was passiert", erinnerte Lanz sein Gegenüber. "Bei diesem Thema haben die Leute das Gefühl, dass wir die Kontrolle verloren haben."
Radtke stimmte dem Moderator zwar zu, erklärte jedoch auch: "Selbst wenn wir jeden illegalen Migranten aus Deutschland abgeschoben haben, wird sich an vielen Stellen im Stadtbild nichts verändern." Er nahm damit Bezug auf eine viel kritisierte Aussage des Kanzlers, der Probleme im Stadtbild mit mehr Rückführungen lösen möchte.
Mit diesem Ansatz habe Friedrich Merz (70, CDU) "nur bedingt einen Punkt", sagte Radtke und nannte beispielhaft Gespräche mit seinen Eltern, die beklagen würden, dass Wattenscheid nicht mehr wie früher aussehe.
Dann erzähle er ihnen: "Dass der letzte deutsche Metzger in der Fußgängerzone zugemacht hat und dort jetzt nur noch ein Halāl-Metzger ist, daran wird sich auch nichts ändern, wenn wir den letzten illegalen Migranten aus Wattenscheid abgeschoben haben."
Sofort musste Lanz das Wort ergreifen: "Wollen Sie so Politik machen? [...] Was Sie gerade beschreiben, ist die totale Selbstaufgabe", stellte er fest und schob hinterher: "Mich entsetzt das, wenn Sie das so sagen."
Markus Lanz über Ausreisepflichtige: "Gelebte Wirklichkeit, dass sie einfach hierbleiben"
Lanz betonte im weiteren Verlauf der Sendung: "Politik tritt doch an, um zu gestalten."
Darauf Radtke: "Absolut, aber mein Gestaltungsanspruch speist sich nicht daraus, dass ich den Menschen erklären möchte, dass alles wieder so schön wie früher ist und wir hier keine Probleme mehr haben, wenn wir jeden illegalen Migranten aus Deutschland abgeschoben haben [...]."
Der Moderator erinnerte daran, dass 260.000 Personen ausreisepflichtig seien. "Das sind Menschen, die ein ordentliches Asylverfahren durchlaufen haben [...]. All das haben deutsche Steuerzahler bezahlt. Die sind bis dahin auch untergebracht gewesen, meistens auf Kosten deutscher Steuerzahler, und die gelebte Wirklichkeit ist, dass sie einfach weiter hierbleiben."
Lanz deutlich: "Das ist doch das Gefühl von Kontrollverlust, das dann entsteht."
Die komplette, rund 75-minütige Folge mit allen Aussagen und Standpunkten kann in der ZDF-Mediathek auf Abruf angesehen werden.
Titelfoto: ZDF/Cornelia Lehmann

