Max Giesinger fiel nach Mega-Erfolg in ein seelisches Loch: "Ich werde verrückt"

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Hamburg - Mit dem Erfolg stieg auch der Druck! Musiker Max Giesinger (37) gelang vor zehn Jahren mit dem Song "80 Millionen" der Durchbruch, doch abseits der Bühne fiel er in ein tiefes Loch.

Nach seinem Durchbruch fiel Musiker Max Giesinger (37) psychisch in ein Loch.
Nach seinem Durchbruch fiel Musiker Max Giesinger (37) psychisch in ein Loch.  © Georg Wendt/dpa

2012 war Giesinger erstmals in Erscheinung getreten. Bei der Casting-Show "The Voice of Germany" hatte er Platz vier belegt, es folgten die erste Tournee und das erste Studio-Album. Doch so richtig startete der Musiker erst 2016 mit dem Song "80 Millionen" zur Fußball-EM durch. Über Nacht wurde Giesinger bekannt.

"2016 waren nur komplette Endorphine, das geilste Jahr meines Lebens", erklärte der 37-Jährige im Podcast "Wie geht's" von Profi-Fußballer Robin Gosens (31). Doch die Euphorie währte nur kurz. "Ich fand krass, dass ich schon Ende 2016 gemerkt habe: Irgendwas kippt gerade bei mir", merkte er an.

Zwar spulte Giesinger auf der Bühne weiterhin sein Programm ab, doch innerlich stieg der Druck immer weiter an. Wie er zugab, musste er sich bei Konzerten, "dazu zwingen zu lachen". In seinem Kopf kämpfte er gegen "wiederkehrende spiralförmige Gedanken, die ich nicht mehr abschalten konnte", erklärte er. Als er ein Jahr später, 2017, in einem Flugzeug saß, kam er zu der Erkenntnis: "Alter, ich werde verrückt, mein Kopf platzt."

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Von da an gab es zwei Seiten, die gegeneinander kämpften. "Ich hatte alles, ich hatte endlich diesen Erfolg, auf den ich jahrelang hingearbeitet hatte", beschrieb Giesinger den positiven Zustand. Doch es gab eben auch den negativen. "Krass, ich bin nicht glücklich." Umgehen konnte er damit nicht. "Ich konnte mir nicht eingestehen, dass es auch mal okay ist, nicht gut drauf zu sein."

Max Giesinger war trotz Erfolg innerlich leer

Giesinger kämpfte sich mithilfe einer Therapeutin aus seinem Tief.
Giesinger kämpfte sich mithilfe einer Therapeutin aus seinem Tief.  © Hendrik Schmidt/dpa

Giesinger flüchtete sich in die sozialen Medien, die Stimmung wurde aber nur bedingt besser. "Ich habe gemerkt, ich stopfe ein nicht voll werdendes Loch mit irgendwelchen oberflächlichen Komplimenten." Er erkannte: "Ich bin einfach innerlich leer." Abseits der Bühne und Konzerte fühlte sich der Musiker wie "ein armes Würstchen".

Statt über seine Probleme zu sprechen, fraß Giesinger sie in sich hinein. People-Pleaser nannte er sich, weil er anderen nicht zur Last fallen wollte. Dieses Gefühl stieg mit jedem weiteren Erfolg, während alle anderen ihn feierten. "Das habe ich zwei Jahre mit mir herumgetragen", blickte er zurück.

Als er bei einem TV-Auftritt jedoch eine Therapeutin kennenlernte, wendete sich das Blatt. Er entwickelte Strategien, um mit seinen Gedanken und Gefühlen umzugehen - und auch mit dem Erfolg, den er noch immer hat.

Titelfoto: Hendrik Schmidt/dpa

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