"Rosenheim-Cops"-Star Karin Thaler spricht offen über dunkles Familiengeheimnis
Unterföhring bei München - "Hier kommt unser Sonnenschein", heißt es am "Rosenheim-Cops"-Set, wenn Karin Thaler (60) erscheint. Die Schauspielerin hat früh gelernt, eine Fassade nach außen hin aufrechtzuerhalten. Denn ihre Kindheit war geprägt von einer spielsüchtigen Mutter und einem Vater, den sie kaum kannte.
"Meine Mutter Hedwig [...] hat es ja nicht böse gemeint, sie war ein grundguter, liebevoller Mensch, aber krank, sie hatte eine manisch-depressive Störung und war spielsüchtig", erzählte Thaler im Interview mit der "Abendzeitung".
"Bei uns am Land in Deggendorf, wo ich herkomme, standen wir immer im Fokus, und alle haben auf uns gedeutet, schon wegen meines Erzeugers Hannes, der kaum da war, immer andere Frauen hatte und mir nie ein Vater war. Aber ich hege keinen Groll gegen ihn, habe auch ihm verziehen."
Für ihre Mutter habe sie sich bereits früh verantwortlich gefühlt. "Nach außen hin habe ich gestrahlt und dauergelächelt, innerlich oftmals geweint", sagte der TV-Star.
Ihre Mutter sei sehr manipulativ gewesen. Aufgrund ihrer Spielsucht machte sie immer mehr Schulden im Umfeld der Familie.
"Und ich habe es als meine Mission gesehen, für sie da zu sein, habe das Familiengeheimnis nach außen hin vertuscht, bin damals sogar im Fahrwasser meiner Mama mitgeschwommen: Notlügen, Halbwahrheiten, Schönrederei, um uns zu schützen und das Gesicht zu wahren", so Thaler.
Karin Thaler erfuhr erst nach dem Tod ihrer Mutter, wie schwer spielsüchtig sie wirklich war
Vor vier Jahren verstarb ihre Mutter. Erst kurz darauf wurde Karin Thaler das Ausmaß ihrer Spielsucht klar. "Beim Ausräumen haben wir ihre Aufzeichnungen, ihre Lebensgeschichte, genannt 'Mein anderes Leben', gefunden, da hatte sie alles haargenau beschrieben", erinnerte sich die 60-Jährige.
Trotz der schweren Zeit kann sie sagen: "Heute denke ich voller Liebe an meine Mama. Ich habe mich befreit, verziehen und vergeben."
Karin Thaler lebt mit dem Musiker Milos Malesevic (58) in Unterföhring bei München und seinem Heimatland Slowenien. Seit 1997 ist das Paar verheiratet. Kinder haben die beiden nicht - eine bewusste Entscheidung nach der schwierigen Zeit mit ihrer Mutter.
"Ich dachte mir: Jetzt bin ich mal dran, jetzt kommt meine Zeit, ich will frei sein, ich will leicht sein und nicht schon wieder verantwortlich eingebunden werden."
Titelfoto: Tobias Hase/dpa

