Sängerin Elif packt aus: Von der Familie verprügelt, bis das Trommelfell geplatzt ist
Hamburg - Sängerin Elif (33) hat in ihrer Kindheit Gewalt erlebt. Ganz schlimm wurde es bei der Unterzeichnung ihres ersten Plattenvertrags, erzählte die 33-Jährige beim ARD-Format "deep und deutlich".
Als sie acht oder neun Jahre alt war, sagte ihr Bruder etwas zu Elif, das ihr Angst machte. "Genieß das. Wenn du groß bist, darfst du gar nichts mehr", habe er ihr vorausgesagt.
Sie standen damals in der Schlange vor einem Kino, wollten "Harry Potter" gucken. Da wuchs in der gebürtigen Berlinerin ein großer Freiheitsdrang heran.
Wie schlimm es werden würde, konnte sich das Mädchen damals aber wohl nicht vorstellen. "Ich habe sehr viel Gewalt erlebt in meiner Kindheit. Ich habe das lange bagatellisiert in meinem Leben. Ich habe vieles immer heruntergespielt", erzählte die Musikerin.
Heute mache sie das nicht mehr. "Ich habe irgendwie für mich gemerkt, dass es voll gut ist, die Dinge so zu benennen, damit ich eben auch was damit anfangen kann", erklärte die Künstlerin.
Moderatorin Lola Weippert (30) hakte nach, was genau sie mit Gewalt meine. Die Antwort schockierte. "Mit 17 habe ich meinen ersten Plattenvertrag unterschrieben. Dann wurde ich so krass verprügelt zu Hause, dass mein Trommelfell geplatzt ist. Meine eine Gesichtshälfte war komplett blau. Dann bin ich abgehauen", packte Elif aus.
Als sie nach drei Tagen zurückkehrte, hätten die Eltern so getan, als wäre nichts gewesen.
Elif fand Halt in der Musik
Das sei ein Moment gewesen, der sie erst recht motiviert habe, ihr Ding durchzuziehen. In der Folge sprachen ihre Eltern "drei, vier Jahre" nicht mit ihr.
Schließlich habe die 2022 verstorbene Mama Vater und Tochter wieder zusammengebracht. "Heute habe ich mit meinem Vater ein gutes Verhältnis", sagte die 33-Jährige.
Ihre "super religiöse" Familie habe sie dennoch lange für ihre Laufbahn verurteilt. "Als ich dann aber Ende letzten Jahres in die Depression gerutscht bin, hat es komplett aufgehört mit dem Judging. Weil die gemerkt haben, dass sie mich verlieren können. Weil mir das so krass zugesetzt hat", erzählte die Songwriterin.
Lange habe sie Halt in der Musik gesucht, heute sei das aber anders. "Ich möchte der Mensch sein, der mich am meisten hält. Ich brauche keine Mama und keinen Papa. Ich hatte dieses Privileg nicht. Die konnten sich selber nicht so gut halten, weil sie selber emotional instabil waren", so Elif.
Sie habe große Lust, das aufzuarbeiten und stärker da rauszugehen.
Den ganzen Talk mit Elif gibt es in der ARD-Mediathek.
Titelfoto: Britta Pedersen/dpa

