Taylor Swift total verliebt, aber was ist bloß mit ihren Texten passiert? Ein Kommentar

Berlin/New York - Taylor Swift (36) hat ihren Mann gefunden. Schön für sie. Ihren neuen Songs bekommt die Wolke sieben allerdings nicht immer gut. Ein Kommentar von TAG24-Redakteur Denis Zielke.

Über Taylor Swift (36) ergießt sich Spott und Häme wegen ihrer neuen Texte.  © Lev Radin/ZUMA Press Wire/dpa

Der jüngste Fall heißt "Cleveland!". Darin singt der Pop-Superstar über Travis Kelce, seine Heimatstadt und die Leute, die ihre Beziehung kommentieren. Viel bleibt am Ende nicht hängen: Liebe, Ehe, Hater, Cleveland.

Für eine Songwriterin wie Swift ist das erstaunlich dünn. Ein intellektuelles Trockendock, könnte man sagen, wäre da nicht dieser viele Sirup. Romantik und Kitsch schmieren inzwischen jedes Zahnrad so gründlich, dass kaum noch etwas hängen bleibt.

Ihre Stärke lag lange im Detail. Ein Kleid, eine Autofahrt, ein vergessener Gegenstand. Daraus kredenzte sie ganze Geschichten. Bei Kelce wirken die Motive oft gröber: Football, Körper, Sex, Hochzeit. Alles klar erkennbar, wenig überraschend.

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Sie kratzen aktuell wie grobe, schwere Drahtbürsten über ihre bislang fast makellos glänzende Karriere.

Das Netz hat die textliche Schwäche längst ausgemacht. Zeilen aus "Eldest Daughter" und "Wood" wurden nach Veröffentlichung von "The Life of a Showgirl" zu Memes. Manche Formulierungen sind so glatt und vorhersehbar, dass die Parodie fast von selbst entsteht.

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Taylor Swifts Liebeslieder klingen belanglos

Die 36-Jährige ist lyrisch am Tiefpunkt.  © Jordan Strauss/Invision/AP/dpa

"Family Guy" lieferte dafür bereits 2016 die passende Vorlage. Damals unkte die Kult-Serie über Swifts Ruf, aus jedem Männerproblem einen Song zu machen. In einer Szene genügt es, ein paar Wörter gegen "boys" und "problems" auszutauschen. In null Komma nichts war der vermeintliche Swift-Hit fertig.

Damals zielte der Witz auf ihre gescheiterten Beziehungen. Und heute? Da sitzt die Pointe an einer anderen Stelle: Swift hat ihr Liebesglück gefunden, doch ausgerechnet die Songs darüber wirken oft erstaunlich schematisch.

Dabei böte ihre neue Lebensphase lauter Stoff. Was bedeutet Ehe für jemanden, dessen Beziehungen seit Jahren öffentlich seziert werden? Wie fühlt sich Privatleben an, wenn ein gemeinsamer Stadionbesuch weltweit zur Nachricht wird?

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Früher hätte Swift aus solchen Widersprüchen vermutlich drei gute Songs gemacht, während im Moment davon erstaunlich wenig übrig bleibt. Vielleicht ist das die eigentliche Enttäuschung: Bei kaum einer anderen Songwriterin weiß man so genau, was fehlt.

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