Thomas Gottschalk über den Tod: "Der Typ bin ich nicht, der Angst hat"
München - Seit Dezember zieht sich Thomas Gottschalk (76) aufgrund einer Erkrankung bewusst aus der Öffentlichkeit zurück. Am Samstagabend teilte der Entertainer schließlich mit, dass er "momentan krebsfrei" sei. Dennoch spricht er auch offen über das Thema Tod.
2025 bekam Gottschalk die Diagnose epitheloides Angiosarkom, eine bösartige und aggressive Krebsform, die Blut- oder Lymphgefäße befällt.
Seitdem liegen zwei Operationen und 33 Bestrahlungen hinter dem 76-Jährigen, so erzählt er der "Bild".
Immer an seiner Seite: Ehefrau Karina. Sie hat auch aktiv die Veränderungen an Gottschalk durch seine Krankheit wahrgenommen. "Thomas hat sich durch die Krankheit verändert. Aber er wird jeden Tag munterer und jeden Tag frecher. Und deswegen weiß ich: Ihm geht's besser."
Über seine Erkrankung wird zu Hause aber nicht gesprochen, auch das Thema Tod wird eher vermieden. "Ich lehne das komplett ab. Kommt Zeit, kommt Rat. Mich haut nichts um. Dann werde ich reagieren, oder er wird reagieren, und fertig", so Gottschalks Ehefrau. Er selbst sagt, es habe "keinen Sinn, den Tod herbeizuzitieren oder in irgendeiner Form zu fürchten. Ich bin da entspannt, wie Karina auch. Ich habe mir nie Gedanken gemacht, wie es mit mir enden könnte."
Auf die Frage, ob er nach seiner Krebsdiagnose jemals Angst verspürt oder geweint habe, reagiert Thomas Gottschalk gewohnt gelassen: "Der Typ bin ich nicht, der Angst hat."
Karina kam bei Umzug nach München an ihre Grenzen
Auch Karina hatte keine Angst, wie sie erzählt. Doch bei dem Gedanken an ein Leben ohne ihren Mann kam die Wut hoch. "Ich wurde bockig und habe gesagt: Nee, nicht mit mir. Ich habe jetzt so lange alleine gelebt und auf den Richtigen gewartet, dann treffe ich den Richtigen, und dann soll das nur so kurz gehen? Nee."
Ein Mal kamen der sonst so starken Ehefrau dann doch die Tränen - während des Umzugs aus Baden-Baden nach München. "Thomas ging es so schlecht und ich habe ihn immer nur von einem Sessel in den anderen gesetzt, damit er mir ja nicht umfällt, und habe diesen ganzen Umzug alleine gemacht", sagt Karina.
Durch den Stress sei sie vor allem körperlich an ihre Grenzen gekommen.
Titelfoto: Philipp von Ditfurth/dpa
