SPD und Linke wollen Konzert von Xavier Naidoo verbieten lassen

Rostock - Die Rostocker Bürgerschaft befasst sich am Mittwoch mit dem für August 2021 geplanten Konzert des umstrittenen Sängers Xavier Naidoo.

Wegen seiner Äußerungen musste Xavier Naidoo die DSDS-Jury verlassen.
Wegen seiner Äußerungen musste Xavier Naidoo die DSDS-Jury verlassen.  © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

Auf Antrag der Fraktionen von SPD und Linken soll der in der Stadthalle geplante Auftritt verboten werden. 

Hintergrund ist laut Antrag, dass sich Naidoo in seinen Liedern antisemitischer Klischees und Codes bediene. 

Die Nähe zu Reichsbürgern und Rechtspopulisten und deren Inhalten sei von ihm wiederholt gesucht worden. 

Naidoo hatte Vorwürfe des Rassismus vehement zurückgewiesen, nachdem er im März die Jury der RTL-Sendung "Deutschland sucht den Superstar" verlassen musste (TAG24 berichtete). 

SPD und Linke betonen in ihrem Antrag, dass das Recht auf freie Meinungsäußerung und die künstlerische Freiheit zwar ein hohes Gut darstellten. 

"Es kann jedoch nicht sein, dass die demokratischen Freiheitsrechte dazu genutzt werden, um Hetze zu betreiben und rassistische Statements zu verbreiten. Die Grenzen der Meinungsfreiheit treten dort auf, wo diese zur Verbreitung intoleranten und diskriminierenden Gedankenguts missbraucht wird."

Die Stadtverwaltung zeigte sich kritisch gegenüber dem Antrag. 

Das Rathaus und Sitz der Bürgerschaft am Neuen Markt in Rostock.
Das Rathaus und Sitz der Bürgerschaft am Neuen Markt in Rostock.  © Stefan Sauer/dpa-Zentralbild/dpa

Guter Ruf der Stadthalle in Gefahr?

Das Konzert sei nicht mit einer politischen Veranstaltung gleichzusetzen und es sei auch nicht bekannt, dass gegen Naidoo strafrechtliche oder verfassungsrechtliche Verfahren beantragt worden seien, die ein Auftrittsverbot rechtfertigen würden.

Die Konsequenz eines Verbots sei, dass eine städtische Gesellschaft aufgefordert werde, Vertragsbruch zu begehen. Die Folge wäre unter anderem eine Schadensersatzzahlung an die Konzertagentur.

Auch bestünde die Gefahr, dass der gute Ruf der Stadthalle in der Branche als gern gebuchter Veranstaltungsort in Gefahr geriete.

Titelfoto: Klaus-Dietmar Gabbert/dpa

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