Hannover - Was ist verboten, wem werden besondere Zugeständnisse gemacht und warum sind Uhren nicht erlaubt? Yeliz Koc (32) gibt einen Einblick hinter die Kulissen des Reality-TVs.
Ob "Bachelor", "Promi Big Brother", "Das Sommerhaus der Stars" oder das Dschungelcamp - Yeliz hat schon etliche Formate erlebt und kann in dem schnelllebigen Geschäft durchaus schon als alter Hase bezeichnet werden.
Mit "Kampf der Reality-Allstars" und "Prominent verwandt" kommen noch in diesem Jahr zwei dazu. "Aber versprochen, das war noch nicht alles", kündigt sie an.
Dementsprechend groß ist auch ihr Erfahrungsschatz, den sie am Mittwochabend in einer Frage-Antwort-Runde auf Instagram mit ihren Followern teilte.
Einem Fan fiel auf, dass die Kandidaten keine Uhren tragen. Und tatsächlich: Uhren seien in allen Formaten verboten, erzählt die 32-Jährige. "Weil wir vielleicht alle am Rad drehen, wenn wir wissen, dass wir um 3 Uhr nachts noch Interviews geben und um 7 geweckt werden", vermutet sie.
Da könnte sie gar nicht so falschliegen, wenn man das Pensum betrachtet, das die Protagonisten durchziehen müssen. "Wir werden ganz, ganz früh geweckt und gehen ganz, ganz spät ins Bett", erzählt die Hannoveranerin.
Gespräche in Pausen werden unterbunden
Auch früher ins Bett gehen sei nicht erlaubt. "Erst wenn alle mit dem Interview fertig sind. Aber man macht es trotzdem manchmal, weil man einfach im Arsch ist. Das Licht geht aber erst aus, sobald alle fertig sind und im Bett liegen", so Yeliz.
Neben dem Schlafmangel sei eine Sache für Yeliz die "Hölle". "Ein Mikrofon ist meistens über dem Klo. Es gibt oft Toiletten, wo dann nur ein Vorhang davor ist. Aber dann gibt es in manchen Formaten noch ein Extra-Klo ohne Kamera, da darf man nur alleine rein und es ist ein Regelverstoß, wenn man zu zweit draufgeht", erzählt sie.
Auch heimlichen Tuscheleien wird ein Riegel vorgeschoben. "Mikros dürfen nicht zugehalten werden. Das Erste, was gemacht werden muss, wenn wir aufstehen, ist, die Batterie im Mikro zu wechseln", erzählt sie. Und da Mikros im Meer nicht getragen werden können, ist Planschen auch nicht drin.
Selbst wenn aus irgendwelchen Gründen die Kameras aus sind, verpassen die Zuschauer nichts. "Wenn es doch Pausen gibt, dann sind Leute von der Produktion dabei, damit keine Gespräche entstehen", packt sie aus.
Einige Stars haben Vorzüge: "Jimi, das kleine Ar***loch, zum Beispiel"
Wem das zu viel wird, der kann immerhin freiwillig aussteigen. Dann gehe aber bei einigen Formaten ein Teil der Gage flöten.
Immerhin könne man gewisse Dinge auch vertraglich aushandeln, so zum Beispiel Nacktszenen. "Wäre auch echt fies, wenn man jemanden so zeigt, falls mal eine Brust oder so rausschaut", findet die 32-Jährige. Sie vergesse das aber immer.
Und dann gibt es noch die Vorzüge für die großen Namen im Geschäft. Die könnten sich nämlich aussuchen, wer nicht an einem Format teilnehmen darf.
"Jimi, das kleine Ar***loch, zum Beispiel. Hat mich und meinen Ex bei 'Are You The One?' angegeben", erzählt sie.
Da hatte sie sich noch über die Absage gewundert und es später von ihm erfahren.