Paukenschlag im "Daily Mail"-Prozess: Prinz Harry verliert Kampf gegen britische Boulevardpresse

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England - Gemeinsam mit sechs weiteren Prominenten hatte Prinz Harry (41) den Verlag "Associated Newspapers Limited" (ANL), zu dem unter anderem die britische Boulevardzeitung "Daily Mail" gehört, verklagt. Die Kläger warfen dem Unternehmen vor, durch illegale Recherchemethoden an private Informationen gelangt zu sein. Doch nun folgte der Paukenschlag: Das Gericht wies die Klage ab.

Die Klage von Prinz Harry (41) und sechs weiteren Prominenten gegen "Associated Newspapers Limited" wurde vor Gericht abgewiesen.
Die Klage von Prinz Harry (41) und sechs weiteren Prominenten gegen "Associated Newspapers Limited" wurde vor Gericht abgewiesen.  © Aaron Chown/PA Wire/dpa

Nach insgesamt 46 Prozesstagen erklärte der Richter in einem 436 Seiten langen Urteil, dass die Kläger die Vorwürfe der unrechtmäßigen Informationsbeschaffung nicht ausreichend hätten beweisen können.

Neben dem Herzog von Sussex hatten sich auch Elton John (79) und dessen Ehemann David Furnish (63) der Klage gegen den Verlag angeschlossen. Sie warfen ANL vor, unter anderem private Telefongespräche und Sprachnachrichten abgefangen sowie vertrauliche Dokumente eingesehen zu haben.

Demnach habe der Verlag jahrelang "illegale Recherchemethoden angewandt", um Schlagzeilen generieren zu können.

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Nach dem Urteil sprach der Verlag von einem "überwältigenden Sieg für die 'Daily Mail' und ihre Journalisten sowie für die Pressefreiheit im Allgemeinen". Die Verantwortlichen hatten die Vorwürfe zudem von Anfang an zurückgewiesen.

Prinz Harry äußert sich kritisch

Auch der Star-Musiker Elton John (79, r.) und dessen Ehemann David Furnish (63) schlossen sich der Klage an. (Archivfoto)
Auch der Star-Musiker Elton John (79, r.) und dessen Ehemann David Furnish (63) schlossen sich der Klage an. (Archivfoto)  © Frank Augstein/AP/dpa

Das Statement von Prinz Harry fiel hingegen deutlich kritischer aus. Gemeinsam mit seiner Mitklägerin Baroness Lawrence (73) erklärte er: "Wir sind vor Gericht gegangen, um Gerechtigkeit und Rechenschaft zu erreichen. Doch wir haben weder das eine noch das andere erhalten. (...) Es handelt sich um eine vollständige und offensichtliche Vertuschung - leider aber nicht völlig unerwartet. Dass das Gericht jedoch so weit gegangen ist, die Mail vollständig zu entlasten, ist ebenso schockierend wie völlig ungerechtfertigt."

Sie kritisierten weiter, dass man sich unweigerlich fragen müsse, wie Gerechtigkeit jemals hätte erreicht werden sollen, wenn das Gericht erkläre, es gebe nicht genügend Beweise für ein Fehlverhalten, obwohl die Dokumente aus ihrer Sicht das Gegenteil zeigten.

"Man muss nur daran denken, dass ein von der Mail eingesetzter Privatdetektiv auf Tonband zugab, Baroness Lawrence rechtswidrig Informationen entlockt zu haben. Oder daran, dass eine Journalistin den Namen des Privatdetektivs notierte, den sie eingesetzt hatte, um an äußerst sensible medizinische Informationen zu gelangen - Informationen, die selbst der Mail zu heikel für eine Veröffentlichung waren", hieß es weiter.

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Das Urteil wurde verkündet, während sich Harry im Rahmen eines Termins in Großbritannien aufhielt.

Titelfoto: Aaron Chown/PA Wire/dpa

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