Tränen statt Klicks: So erlebte Bibi den Shitstorm um "Wap Bap"
Köln - Sie war Deutschlands YouTube-Star Nummer eins: Bianca "Bibi" Heinicke (32). Heute spricht sie offen über eine Phase, die sie ernsthaft an ihre Grenzen brachte.
Im Talk auf dem YouTube-Kanal Schlumpf von Rezo (33) blickt die 32-Jährige auf das Jahr 2017 zurück. Damals veröffentlichte sie den Song "How It Is (Wap Bap ...)" und wurde damit zur Zielscheibe der Nation.
Ob Outfit, Lyrics oder Gesang: Kaum etwas an dem Lied blieb unkommentiert. Schon kurz nach Veröffentlichung hagelte es Kritik, der Track floppte gnadenlos und entwickelte sich zeitweise sogar zu einem der meistgedislikten deutschen Musikvideos auf YouTube.
Um sich zu schützen, machte Bianca dicht und vermied es konsequent, einen Blick in die Kommentar-Spalte zu werfen. "Ich wollte das Negative einfach nicht an mich ranlassen", erklärt sie rückblickend.
Doch der Hass blieb nicht im Netz. Auch auf der Straße wurde sie verspottet, Menschen spielten ihr das Lied vor, lachten sie aus. Teils soll es sogar über verbale Angriffe hinausgegangen sein.
"'Wap Bap' hat mich dazu gebracht, dass ich wirklich in einem State war, wo ich gesagt habe: Ich hasse Menschen", sagt Bianca heute ganz offen. Ein Satz, der zeigt, wie tief das Ganze ging.
Allein im Hotelzimmer: Bibi kamen oft die Tränen
Besonders schlimm seien für Bianca zu der Zeit die Abende nach beruflichen Terminen in fremden Städten gewesen.
"Ich habe so lange geweint, weil ich einfach nur dasaß und mir dachte: Ich habe niemandem etwas Böses getan. Ich habe einfach nur das gemacht, was mir Spaß macht. Wie können die Menschen mich so sehr dafür hassen und verurteilen?", erzählt sie.
Der Shitstorm hat die bis dahin sehr erfolgreiche Influencerin offenbar machtlos fühlen lassen und wie sie selbst sagt, "richtig dolle verletzt". Inzwischen könne sie aber mit etwas Abstand auf diese Phase schauen, ohne daran zu zerbrechen.
Komplett vergessen ist die Sache aber nicht: Online-Dramen meidet sie heute bewusst und setzt nun lieber auf Projekte, die sie wirklich persönlich erfüllen.
Dazu zählen Umweltbewusstsein, Tierwohl, Veganismus oder auch Feminismus statt Fashion- und Make-up Content.
Titelfoto: Bildmontage: Rolf Vennenbernd/dpa, Screenshot/Instagram/Bianca Heinicke

