Friedrichshafen - Es kann jeden treffen und doch kommt es für die Angehörigen immer unerwartet, wenn ein geliebter Mensch ins Koma fällt. Die ZDF-Doku "37 Grad" hat Peter und seine Familie begleitet, deren Welt nach dem Herzinfarkt seiner Frau Doris (62) plötzlich stillstand.
Es war eigentlich ein Tag wie jeder andere, erinnert sich der verzweifelte Mann aus Friedrichshafen an den 14. April 2024 zurück. Seine Frau habe das Essen vorbereiten wollen, doch nach einiger Zeit sei es verdächtig still in der Küche geworden.
"Irgendwann war es mir doch zu leise", erzählt Peter. "Ich dachte, irgendwas stimmt nicht." Er schaute nach und fand seine Frau bewusstlos in ihrem Bett – offenbar hatte sie sich hingelegt und erlitt kurz danach einen Herzinfarkt.
Doris' Gehirn war minutenlang ohne Sauerstoff, sie musste beatmet und ins künstliche Koma versetzt werden.
Seitdem ist nichts mehr, wie es war. Peter, selbst gehbehindert, ist zum ersten Mal seit Jahrzehnten allein, seine Frau war immer seine Begleiterin. "Die Leere" im Haus sei das Schlimmste. "Es war immer mit Leben gefüllt und jetzt ist Ruhe", sagt er mit Tränen in den Augen.
Von der quälenden Ungewissheit, wie es mit Doris weitergeht, ganz zu schweigen. Ärzte nennen die Folgen eines solch traumatischen Erlebnisses für die Angehörigen "Verlust ohne Tod". Viele befinden sich in einem Schockzustand, in dem die Ängste vor der Zukunft vorherrschen.
Doch auch nach überstandenem Herzinfarkt erwacht Doris einfach nicht aus dem Koma. Vielmehr entwickelt sich ein Wachkoma: Die Augen sind geöffnet, die Atmung funktioniert wieder selbstständig, sonst zeigt sie keinerlei Reaktion.
Doris macht Fortschritte, doch dann wird sie krank
Rund vier Monate später lebt Doris in einer Betreuungseinrichtung, die auf Schwerstpflege spezialisiert ist. Peter besucht sie so oft wie möglich, versucht immer, positiv zu bleiben.
Immerhin sind inzwischen kleine Fortschritte erkennbar, Peters Ehefrau kann hören und sehen, reagiert sogar auf ihren Mann, als er hereinkommt. Während er ihr Gesicht streichelt und ihr gut zuredet, kommen ihr die Tränen – offenbar das erste Mal, ein emotionaler Moment.
Weitere fünf Monate später ein weiterer Lichtblick: "Am 14. Januar ist sie zu sich gekommen und seitdem ist sie ansprechbar, sie versucht zu reden, aber ist noch sehr schwach", erzählt Peter. Bei einem Besuch versucht sie sogar, Hallo zu sagen, versteht offenbar, was er sagt.
Doris' Ehemann ist zuversichtlich, dass alles gut werden kann: Fast genau ein Jahr nach ihrem Herzinfarkt soll ihre Reha beginnen. Doch dann bekommt Peter eine Hiobsbotschaft, die alles wieder verändert.
Sie sei "ruhig und gelassen" gewesen bei seinem letzten Besuch, musste nun aber wegen einer Lungenentzündung wieder ins Krankenhaus. Ein paar Tage später die traurige Gewissheit: Doris wird es voraussichtlich nicht schaffen.
Die ganze Folge "37 Grad: Koma - Zwischen Leben und Tod" läuft am Dienstagabend, um 22.15 Uhr, im ZDF oder schon jetzt in der Mediathek.