Bremen - Bastian Bielendorfer (41) ist Autor, Podcaster und Comedian. Doch sein Leben war nicht immer von Witz und Erfolg geprägt. In der Talkshow "3nach9" gibt der 41-Jährige Einblicke in seine Kindheit, die er teilweise als "düster" beschreibt.
Obwohl seine Eltern beide verbeamtete Lehrer waren, erlebte Bielendorfer in seiner Kindheit Ängste, darunter die vor Verarmung. "Vor allem mein Vater hatte auch immer Verarmungsangst", erklärt er im Gespräch mit Moderatorin Judith Rakers (50).
Woher diese Angst kam, kann er sich jedoch bis heute nicht wirklich erklären. Schließlich war selbst sein Großvater Angestellter bei einem Pharmakonzern und hatte damit einen sicheren Job. Doch nicht nur die Angst vor finanziellen Problemen, sondern vor allem Ausgrenzung machte Bielendorfer damals zu schaffen.
Und das, obwohl er sogar dort zur Schule ging, wo seine Eltern auch unterrichteten. "Ich habe erlebt, wie es war, nicht dazuzugehören", so der 41-Jährige. "Die Realität war, dass meine Kindheit besonders zwischen 10 und 18 Jahren schon recht düster war, weil ich nicht dazugehörte in der Schule."
So habe er nach eigenen Angaben damals alle Klischees bedient, die einem Außenseiter zuzuschreiben wären. "Ich war der Lehrersohn, ich war übergewichtig, ich habe mich nicht für Fußball interessiert, obwohl ich in Gelsenkirchen-Schalke geboren bin".
Karriere von Bastian Bielendorfer startete bei RTL
Doch Bielendorfer lasse sich davon nicht unterkriegen und weiß mittlerweile, damit umzugehen: "Ich habe relativ früh gemerkt, dass Humor ein Schwert ist, das niemals stumpf wird." Es war unter anderem also der Humor, der ihm über diese Zeit hinweg geholfen habe.
Ob seine Eltern ihm damals helfen konnten? "Sie hatten sehr viele eigene Schlachtfelder zu der Zeit", erklärt der Comedian weiter. So habe auch seine demente Großmutter bei ihnen gewohnt, was vor allem für seine Mutter sehr belastend gewesen sei.
"Meine Eltern haben nur immer gesagt: Du schaffst das schon. Das hat auch funktioniert." Vor allem seine Mutter habe Bielendorfer weiterhin eine entscheidende Sache immer mitgegeben: Humor. "Es ist bis heute der Mechanismus, mit dem ich Probleme in meinem Leben bearbeite."
Humor bewies der 41-Jährige auch ganz zu Beginn seiner Karriere. Alles begann nämlich vor 16 Jahren, als Bielendorfer als Kandidat bei "Wer wird Millionär" teilnahm. Auf dem Rate-Stuhl begeisterte er dort mit humorvollen Anekdoten aus seinem Leben als Lehrerkind. Es war der Startschuss für seine Karriere.
Wer die Sendung "3nach9" vom Freitag verpasst hat, kann sie in der ARD Mediathek nachträglich anschauen.