Absage von Danger-Dan-Auftritt bei "Die Anstalt": Das sagt ZDF-Chef Himmler
Von Uta Winkhaus
Mainz - ZDF-Intendant Norbert Himmler (55) hat die Ausladung des Rappers Danger Dan (43) aus der Satiresendung "Die Anstalt" verteidigt, zugleich aber Fehler beim Entscheidungsprozess eingeräumt.
"Die Kurzfristigkeit der Ausladung müssen wir uns vorwerfen lassen", erklärte Himmler auf Fragen der "Süddeutschen Zeitung". "Wir hätten früher die Grundsatzfrage stellen müssen, am besten schon vor der eigentlichen Einladung."
Inhaltlich steht der Intendant jedoch zu der Ausladung. Zum Liedtext von Danger Dans "Keine Angst" erklärt er: "Wir haben es hier meiner Ansicht nach unzweifelhaft mit einer Gebrauchsanweisung zum linken, gewaltbereiten Widerstand zu tun, der in 'freundlichen Grüße' an linksextreme, zum Teil rechtskräftig verurteilte Gewalttäter mündet."
Der Rapper Danger Dan sollte mit Starpianist Igor Levit (39) sein neues Lied "Keine Angst" bei der 100. Ausgabe von "Die Anstalt" präsentieren, die sich mit Radikalisierung und der Wehrhaftigkeit der Demokratie beschäftigt.
Kurz vor der Aufzeichnung entschied das ZDF, den Auftritt zu streichen, da der Liedtext als Aufruf zu Gewalt verstanden werden könne. Danger Dan sprach von einem Eingriff in die Meinungs- und Kunstfreiheit. Die Macher der Satiresendung kritisierten die Entscheidung als mutlos.
Nornbert Himmler: "Wir treffen unsere Programm-Entscheidungen unabhängig"
Den Vorwurf eines Einknickens vor rechten politischen Kräften weist Himmler zurück: "Wir treffen unsere Programm-Entscheidungen unabhängig, souverän und gemäß unserer Programm- und Qualitätsrichtlinien."
In diesem Fall habe sich "herauskristallisiert, dass ein Auftritt von Danger Dan, in dem mehr als sieben Minuten lang zum organisierten Widerstand gegen Rechts aufgerufen wird und dabei illegale Aktionen und Gewalt denkbare Optionen zu sein scheinen, in dieser Form nicht mit unseren Richtlinien zu vereinbaren ist".
Danger Dan will nach der Absage des Auftritts im ZDF gemeinsam mit dem Pianisten Igor Levit am Dienstag ein Ersatzkonzert in Berlin spielen, wie die Agentur des Musikers ankündigte. Der Gewinn aus dem Ticketverkauf soll an Betroffene rechter Gewalt gehen.
Titelfoto: Bild-Montage: Bernd Wüstneck/dpa, Sören Stache/dpa
