Hamburg/Borkum - Nimmt der Fall jetzt neue Fahrt auf? Im August 2024 konnte sich eine Familie auf Borkum nur mit einem Sprung aus dem Fenster vor den Flammen retten, dabei verletzten sich mehrere Personen schwer. Seitdem ermittelt die Polizei, mittlerweile auch wegen siebenfachen Mordversuchs. Nun wurde der Fall in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY... Ungelöst" Thema.
Wie die zuständige Sachbearbeiterin der Polizeiinspektion Leer/Emden in der Sendung erklärte, gab es keine neue Ermittlungsrichtung, auch das Motiv sei weiterhin unklar. Daher sucht die Polizei weiterhin nach Zeugen, vor allem nach Touristen oder Personen, die sich zum Zeitpunkt des Feuers in einem der Insel-Krankenhäuser befanden.
Bereits während der Sendung waren einige Hinweise, auch genau aus dieser Zielgruppe, eingegangen, wie die Sachverständige erklärte. Am Donnerstagvormittag bestätigte ein Polizeisprecher auf TAG24-Nachfrage, dass rund 20 Hinweise eingegangen seien. Diese würden nun geprüft und bewertet werden. Ein abschließendes Ergebnis könne aber noch nicht gemacht werden, hieß es weiter.
In der Nacht zum 23. August 2024 war die Familie, die seit Jahren auf Borkum lebt, von einem Feuer in ihrer Wohnung aus dem Schlaf gerissen worden – zunächst die Mutter, die anschließend ihre Kinder und Enkel weckte.
Weil alle von den Flammen eingeschlossen waren, sahen sie nur noch einen Ausweg und sprangen nacheinander aus dem Fenster. Dabei wurden drei Personen schwer, zwei mittelschwer und vier leicht verletzt. Die Wohnung brannte in der Folge komplett aus.
"Aktenzeichen XY... Ungelöst": Wurde die Wohnung absichtlich in Brand gesteckt?
Wie in dem ZDF-Beitrag deutlich wurde, funktionierten die Rauchmelder in der Wohnung nicht – ganz im Gegensatz zu denen im Treppenhaus.
Aufgrund der Aussagen der Opfer wurde zunächst von einem technischen Defekt im Sicherungskasten im Flur ausgegangen, doch die Ermittlungen des Brandsachverständigen brachten etwas ganz anderes zum Vorschein.
Zum einen war das Türschloss zur Wohnung verbogen, was auf einen Aufbruch hindeuten könnte. Zum anderen, und das ist viel interessanter, wurden auf einem Teppich, der im Brandschutt lag, Spuren von Benzin gefunden. Diese stimmten mit dem Benzin der örtlichen Tankstelle auf Borkum überein.
Der Täter schien also bewusst in Kauf genommen zu haben, dass die Personen in der Wohnung bei dem Feuer sterben. War es also ein gezielter Anschlag gegen die zuvor unauffällige Familie?
Genau dies prüft die Polizei in ihren Ermittlungen. Wie die Sachbearbeiterin verriet, waren lange Krankenhausaufenthalte der Familie die Folge, noch heute haben sie mit den Folgen des Brandes zu kämpfen. Trotz des Albtraums leben weiterhin einige Familienmitglieder noch heute auf der Nordsee-Insel.