Rätselhaftes Verschwinden von Dresdnerin Corina Niemand (43): "Ist nicht aus freien Stücken gegangen"

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München/Dresden - Es ist ein großes Rätsel: In den Morgenstunden des 23. März 2024 verschwand Corina Niemand (43) aus Dresden. Seitdem fehlt von ihr jegliches Lebenszeichen. Nach dem Knochenfund auf einem Grundstück unterhalb der Begerburg wird gar davon ausgegangen, dass die Frau tot ist. Auf der Suche nach neuen und womöglich auch entscheidenden Hinweisen war der Fall am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY ... Vermisst" zu sehen.

Moderator Rudi Cerne (67) thematisierte in der Sendung "Aktenzeichen XY ... Vermisst" das spurlose Verschwinden einer Dresdnerin. (Archivbild)
Moderator Rudi Cerne (67) thematisierte in der Sendung "Aktenzeichen XY ... Vermisst" das spurlose Verschwinden einer Dresdnerin. (Archivbild)  © ZDF/Nadine Rupp

"Meine Mutter ist ein liebevoller, fürsorglicher Mensch, der meinem Bruder und mir immer Geborgenheit in jeder Lebenslage geschenkt hat und immer für uns da ist. Deshalb glaube ich, dass sie nicht aus freien Stücken gegangen ist", sagt Tochter Enya Niemand im Einspieler.

Dabei wird klar, dass sich Corina von ihrem Vater getrennt hatte. Zum Zeitpunkt des Verschwindens war sie bereits zwei Jahre mit ihrem neuen Freund Simon Michaelis zusammen, wie er selbst erzählt. "Corina war schon immer ein sehr emphatischer und feinfühliger Mensch, hat sowohl positive als auch negative Emotionen immer sehr, sehr intensiv wahrgenommen."

Die 43-Jährige hatte mit Simon eine offene Beziehung geführt, heißt es im Film. Über Internetportale hätten beide andere Partner kennengelernt. "Da hat sie sehr große Offenheit mir gegenüber gehabt und ich hab sehr großes Vertrauen da in sie gehabt", erzählt Michaelis.

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Die Anonymität im Netz stellt die Polizei dabei vor eine Herausforderung. "Wir wissen nicht, ob es nicht doch noch vor ihrem Verschwinden zu einem Treffen oder einer Verabredung gekommen ist", sagt Sprecher Thomas Geithner (53).

Corina Niemand (43) gilt seit März 2024 als vermisst.
Corina Niemand (43) gilt seit März 2024 als vermisst.  © PD Dresden
Polizei-Sprecher Thomas Geithner (53) äußerte sich im ZDF zum Ermittlungsstand. (Archivbild)
Polizei-Sprecher Thomas Geithner (53) äußerte sich im ZDF zum Ermittlungsstand. (Archivbild)  © Eric Münch

Tochter Enya Niemand über Knochenfund: "Hat einem den Boden weggerissen"

Am Leipziger Hauptbahnhof hatten Corina und ihr Freund Simon Michaelis ein Treffen verabredet, das letztlich nie stattfand.
Am Leipziger Hauptbahnhof hatten Corina und ihr Freund Simon Michaelis ein Treffen verabredet, das letztlich nie stattfand.  © Christophe Gateau/dpa

Simon hatte am Tag von Corinas Verschwinden einen Geschäftstermin in Leipzig. Beide wollten sich in den Mittagsstunden am Hauptbahnhof treffen und noch etwas unternehmen. Doch dazu kam es nicht.

Die Hydrologin saß weder im geplanten Zug aus Dresden, noch war sie in ihrer Dölzschner Wohnung zu finden, wie alarmierte Polizisten feststellen mussten. Auch ihr Privathandy war ausgeschaltet. Laut Geithner konnte es bis heute – genauso wie die Wohnungsschlüssel – nicht gefunden werden.

Tochter Enya vermutet, dass ihre Mutter am Morgen noch joggen oder spazieren gegangen ist, weil sie dies "sehr gerne" getan habe. Ihre übliche Route führte bis in die Nähe der Begerburg, wo zu Ostern ein Knochen ihres Körpers entdeckt wurde.

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"Es war ziemlich überraschend. Man hat natürlich immer mit dem Schlimmsten rechnen müssen. [...] Das hat einem dem Boden weggerissen", beschreibt Enya den Moment, als sie die Nachricht über den Fund erhielt. Die junge Frau ist überzeugt davon, dass es sich um ein Tötungsdelikt handelt.

Ein Knochen der Vermissten war auf einem Grundstück unterhalb der Begerburg in Dölzschen entdeckt worden.
Ein Knochen der Vermissten war auf einem Grundstück unterhalb der Begerburg in Dölzschen entdeckt worden.  © Thomas Türpe

Zur Aufklärung des Falls ist die Polizei auf Hinweise aus der Bevölkerung angewiesen. Zeugen werden gebeten, sich unter der Nummer 0351/4832233 zu melden. Die Sendung steht in der ZDF-Mediathek zum Nachschauen bereit.

Titelfoto: Montage: Thomas Türpe, PD Dresden

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