Mitterteich - Jennifer und Tobias (beide 27) leben mit Geldern vom Sozialstaat, wollen die Behörden ausquetschen. Und denken jetzt über Kinderplanung nach. Ebenfalls aus monetären Gründen.
Tobi steht in der neuen Folge "Armes Deutschland" (RTLZWEI) am Herd und bereitet Rührei zu – aus gutem Grund: "Eier tun der Mama gut, wenn sie Papa essen tut." Denn: "Wir sind auf die Idee gekommen, ein Kind zu bekommen, weil uns einfach die Aufgabe fehlt."
Die Arbeitslosen aus dem bayrischen Landkreis Tirschenreuth würden mit zusammen 1156 Euro zu wenig Geld bekommen. "Wenn wir ein Kind haben, ist es automatisch mehr und eine größere Wohnung können wir auch haben." Als dann dreiköpfige Familie würde man (finanziell) besser dastehen.
Jenny gibt zu bedenken, dass ein Kind mit hohen Kosten verbunden ist. Tobi beruhigt: "Du kriegst alles vom Amt in den Arsch gesteckt, das ist ja der Vorteil." Er ist sich sicher: "Das rentiert sich!"
Die Bayern sollten sich zunächst aber um ihre hohen Schulden kümmern. Zuletzt hatte der mit über 100.000 Euro in der Kreide stehende Tobi immer wieder im Namen seiner Partnerin bestellt. "Du hast eh 80.000 Euro Schulden. Ob da 2000 oder 3000 Euro mehr draufkommen, macht das Kraut auch nicht fett."
Denn bezahlen wollen und können sie ihre Bestellungen nicht. "Natürlich kommen Mahnungen, Inkasso und die ganze Scheiße – wir schmeißen alles weg. Was wollen sie machen? Zieh mal einem Nackten die Hosen aus, das geht nicht."
Armes Deutschland (RTLZWEI): Jenny und Tobi haben ihre Ausbildung abgebrochen
Bereits seit seinem 18. Lebensjahr ist Tobi gesundheitsbedingt erwerbsunfähig, leidet wegen seines Übergewichts an Diabetes und Bluthochdruck. Eine handwerkliche Ausbildung hatte er ebenso abgebrochen wie Jenny ihre Lehre in der Pflege.
Um in die Grundsicherung zu kommen, benötigt die 27-Jährige jetzt ein Gutachten. Denn sie leide an einer Sozialphobie, wodurch sie nicht arbeiten könne. "Ich habe einfach Angst, draußen mit Menschen in Kontakt zu sein."
Im Namen seiner Freundin ruft Tobi bei der Krankenkasse an. Mit zwei Telefonen, um schneller durch die Warteschleife zu kommen.
Als niemand abnimmt, bricht er ab: "F*ckt's euch, ihr W***ser, Gesindel." Behörden-Mitarbeiter bräuchten sich gar nicht "über Leute wie mich" aufregen, "weil das selber faule Säcke sind".
RTLZWEI zeigt neue Folgen "Armes Deutschland - Stempeln oder abrackern?" immer dienstags, um 20.15 Uhr, im Free-TV und schon vorab auf Abruf bei RTL+.