Ärger im Verkaufsraum: "Bares für Rares"-Händler geht Kollegen an
Köln - Dass ihr Besuch bei "Bares für Rares" so endet, haben die Verkäufer mit Sicherheit auch nicht gedacht. Doch ihr Objekt sorgt dafür, dass es im Verkaufsraum zu einem hitzigen Händler-Duell kommt.
"Das ist außergewöhnlich" findet Moderator Horst Lichter (64), als er den tanzenden Braunbären auf dem Expertenpult entdeckt. "Das wäre etwas für die Vitrine", führt der frühere TV-Koch aus.
Mitgebracht in die heiligen Trödelhallen des Pulheimer Walzwerks bei Köln haben das Spielzeug Martina und Klaus Kelch aus Isernhagen. "Das ist von meinem Vater, der verstorben ist und das haben wir in seinen Sachen gefunden", verrät Martina.
Für die Expertise ist Sven Deutschmanek (49) zuständig, der erkennt, dass es sich um ein Blechspielzeug von einer sehr kleinen Produktionsstätte aus Nürnberg handele. "Das ist eine Manufaktur, die sich aus zwei Firmen zusammengesetzt hat im Jahr 1925", weiß der Sachverständige.
Und zwar hat die Firma Hammerer & Kühlwein den tanzenden Braunbären damals hergestellt. "Und das ist ein sehr frühes Stück dieser Firma", klärt der 49-Jährige auf.
Neben Zirkusbären habe das Unternehmen auch Autos, Flugzeuge und weiteres Spielzeug produziert, jedoch "in sehr kleinen Stückzahlen", macht der Kunst- und Antiquitätenhändler klar, der zudem darauf hinweist, dass es sich nicht um einen "Big Player", wie die Firma Schuco handele.
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"Bares für Rares"-Experte mit überraschender Schätzung
Der Zustand des 1940 hergestellten Spielzeugs sei "sehr, sehr gut". "Er funktioniert - das ist das Schöne", so der Experte.
Der Wunschpreis des Ehepaars liegt bei 180 Euro und in einem ähnlichen Rahmen taxiert auch der Sachverständige das Spielzeug ein. Denn er schätzt den Wert auf 190 bis 220 Euro, denn "das ist außergewöhnlich, richtig schön und ganz selten".
Auch im Händlerraum kommt der tanzende Braunbär gut an. Walter "Waldi" Lehnertz (58) erinnert das Stück sogar an den "Berliner Bär", weshalb er mit seinen üblichen 80 Euro startet. "Damit gleich meine Kollegen wissen: Waldi ist am Start", schiebt er hinterher.
David Suppes (37) findet auch Gefallen am Spielzeug und erhöht auf 90 Euro. Das passt "Waldi" aber gar nicht. "Was stimmt mit dir nicht?", will er wissen und gibt das erste dreistellige Gebot ab.
Jetzt steigt auch Jos van Katwijk (59) ins Rennen um den Bären ein und bietet 110 Euro. "Tu mir einen Gefallen und mach dein Endangebot", pampt "Waldi" seinen Kollegen an - doch plötzlich misch auch Julian Schmitz-Avila (39) mit.
Als der Niederländer van Katwijk dann sogar 180 Euro hinblättert, wird der 58-jährige Lehnertz sauer. "Lass ihn schwatzen", schießt er in die Richtung des 59-Jährigen. Aber alle Sticheleien bringen nichts: Für stolze 250 Euro geht das Spielzeug schlussendlich an Jos van Katwijk.
"Bares für Rares" läuft montags bis freitags, ab 15.05 Uhr, im ZDF oder vorab bereits in der Mediathek.
Titelfoto: Screenshot/ZDF/Bares für Rares

