Köln - Spaß ist nicht, wenn nur einer lacht: Bei "Bares für Rares" erzählt Horst Lichter (63) zunächst bewusst ein bisschen Stuss. Als er damit nicht aufhört, reagiert sein Experte genervt. Doch der Moderator hat noch nicht genug …
Der verbale Schlagabtausch zwischen dem früheren TV-Koch und Sven Deutschmanek (49) beginnt noch vor dem Eintritt der Verkäufer. Das Objekt, eine Mini-Nähmaschine von Singer, liegt hingegen schon auf dem Tresen bereit. "Wie süß", findet Lichter.
Schmunzelnd schiebt er hinterher: "Klar, es müssen ja auch Puppenkleider genäht werden." Sein Experte rollt nach dem Gag die Augen. "Das ist eine kleine Spardose, wie du gesehen hast", korrigiert er den 63-Jährigen mit gereiztem Unterton.
Doch Lichter will von einer Spardose nichts wissen. "Das ist eine Nähmaschine für Heinzelmännchen", witzelt er weiter. Jetzt hat Deutschmanek genug. Sichtlich genervt winkt er die wartenden Verkäufer rein. Elisabeth und Konrad folgen der Geste.
Kaum hat sich das Ehepaar positioniert, dreht Lichter den Spieß dann aber ganz frech um und erklärt: "Ich glaube, das ist eine Spardose, sieht man doch." Sein Experte habe gedacht, man könne damit kleine Kleider nähen. "So ein Blödsinn", lacht er über Deutschmanek.
Der 49-Jährige ignoriert den Affront und macht einfach professionell weiter. "Ein wunderschönes Stück", schwärmt er. Als Materialien wurden Zinkguss und lithografiertes Blech verwendet. Der Zustand sei "außerordentlich gut".
Was ist die rund 100 Jahre alte Spardose in Nähmaschinen-Optik wert?
Bleibt nur noch die Frage zu klären: Was ist das Objekt wert? Elisabeth hofft auf 80 Euro. Da muss Deutschmanek widersprechen: "Für ein so seltenes Stück in diesem Erhaltungszustand - zudem aus den 1920er- bis 1930er-Jahren - liegt der Wert höher!"
Unter der Berücksichtigung aller Aspekte taxiert er den Wert der Spardose mit Münzschlitz auf satte 200 bis 250 Euro. "Damit hätte ich jetzt wirklich nicht gerechnet", staunt Lichter. Auch die Verkäufer zeigen sich überrascht und jubeln: "Toll!"
Im Händlerraum kommt die Nähmaschine ebenfalls sehr gut an. "Die ist etwas Besonderes", bemerkt Wolfgang Pauritsch (53) sofort. Dennoch fällt das Startgebot von Susanne Steiger mehr als dürftig aus. "20 Euro", ruft die 43-Jährige in den Raum.
Weil jedoch auch ihre Kollegen an dem Stück interessiert sind, schnellt der Preis kurz darauf rasant in die Höhe. Als die 200-Euro-Marke fällt, ist selbst Pauritsch baff: "Wahnsinn!" Doch es wird noch teurer: Am Ende sichert sich Anaisio Guedes (50) den Zuschlag - für 260 Euro.
"Bares für Rares" läuft montags bis freitags, ab 15.05 Uhr, im ZDF oder vorab bereits in der Mediathek.