Entgleisung bei "Bares für Rares": Deshalb verliert Thüringer Fabian Kahl die Fassung
Köln - Fabian Kahl (34) will ein Objekt unbedingt, doch seine Kollegen erlauben sich einen fiesen Scherz. Am Ende lässt sich der Thüringer bei "Bares für Rares" zu einer verbalen Entgleisung hinreißen.
Mit einem ungewöhnlichen Werk kommt Conrad aus Buxtehude in die heiligen ZDF-Trödelhallen des Pulheimer Walzwerks bei Köln. Es handelt sich um ein 140 Jahre altes Farnbuch aus Neuseeland, liebevoll bestückt mit getrockneten Pflanzen.
Während Moderator Horst Lichter (64) noch ehrfürchtig dreinblickt, erklärt Experte Detlev Kümmel, dass das seltene Stück Naturgeschichte vom schottischen Geschäftsmann Eric Craig zusammengestellt wurde - und zwar um 1880.
Auch die Ästhetik, die wissenschaftliche Bedeutung und der sehr gute Zustand des Buchs überzeugen den 57 Jahren alten Galeristen. Doch was ist die Publikation, welche Conrads Mutter einst in einem Antiquitätenladen erwarb, heute wert?
Der Verkäufer wäre bereits mit einer Summe zwischen 450 und 500 Euro zufrieden. Mit dieser geringen Erwartungshaltung kann Kümmel aber nichts anfangen. Er taxiert den Wert des knapp 150 Jahre alten Mitbringsels auf satte "900 bis 1100 Euro".
Conrad kann sein Glück kaum fassen.
Freudestrahlend nimmt er von Lichter die Händlerkarte in Empfang. Im Verhandlungsraum gewinnt der Verkauf dann jedoch plötzlich eine spektakuläre Eigendynamik - und zwar buchstäblich auf Kosten von Kahl.
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"Bares für Rares"-Händlerkollegen wollen Fabian Kahl das Geld aus der Tasche ziehen
Interesse an dem Buch haben eigentlich alle. Steffen "Steve" Mandel (72) eröffnet den Bieter-Krimi mit 400 Euro. Anschließend geht es Schlag auf Schlag. Die 1000-Euro-Marke ist fix geknackt.
Dann erhöht Mandel auf 1250 Euro - "um Fabian ein bisschen zu ärgern".
Der hatte zuvor schon überdeutlich signalisiert, das Verkaufsobjekt um jeden Preis haben zu wollen. Ein Fehler. Als Kahl das Gebot seines Kollegen auf 1350 Euro anhebt, schaltet sich auch Pauritsch wieder ein.
"Also, der Buchdruck wurde 1450 erfunden …", beginnt er mit einem Augenzwinkern und deutet damit an, genau diese Zahl auch als Gebot aufrufen zu wollen. Fabian hat längst erkannt, dass man ihm nur noch das Geld aus der Tasche ziehen möchte.
Als ihn sein österreichischer Kollege immer weiter auf die Folter spannt, entfährt dem 34-Jährigen ein für ZDF-Trödelshow-Verhältnisse untypisch vulgäres "Ja, leck mich doch!". Nach einem kurzen Moment der Stille lacht der ganze Raum.
Dann klärt Pauritsch auf: "Aber das biete ich nicht, ich steig jetzt aus." Der Zuschlag geht für 1350 Euro nach Thüringen. Damit liegt der Preis noch mal deutlich über der Expertise und Conrad erhält mehr als doppelt so viel wie erwartet.
"Bares für Rares" läuft montags bis freitags, ab 15.05 Uhr, im ZDF oder vorab bereits in der Mediathek.
Titelfoto: Screenshot/ZDF/Bares für Rares

