Verkäufer geschockt! "Bares für Rares"-Experte entlarvt billige Kopie
Köln - Voller Vorfreude geht ein Ehepaar den Besuch bei "Bares für Rares" an. Doch der ganze Auftritt erhält einen Dämpfer, als der Experte ein angebliches "Original"-Kunstwerk als billige Kopie entlarvt.
Anna Henriette und Karl-Heinz Müller aus Würselen in Nordrhein-Westfalen kommen mit einem Gemälde in die heiligen Trödelhallen des Pulheimer Walzwerks bei Köln.
Dieses sorgt bei Moderator Horst Lichter (64) für eine depressive Stimmung. "Das ist kein Bild, bei dem man gut gelaunt aufsteht. Da sagt man eher: Es macht alles keinen Sinn, komm ich leg mich wieder hin!", findet der frühere TV-Koch.
Das sieht auch das Ehepaar so, weshalb es das Werk auch unbedingt verkaufen wollen.
Vor allem aufgrund der bekannten Künstlerin erhoffen sich die beiden einen ordentlichen Ertrag.
Gemalt worden sei das Bild nämlich von Käthe Kollwitz, die Menschen porträtiert habe, "die es im Leben nicht leicht gehabt hatten", wie Experte Colmar Schulte-Goltz (52) weiß.
Bei dem hier vorliegenden Werk handelt es sich um die Radierung "Gesenkter Frauenkopf" von 1905, die sehr oft gedruckt worden sei - selbst noch nach ihrem Tod 1945.
Demnach sei das mitgebrachte Kunstwerk einer der späteren Nachdrucke. Außerdem sei es auch nur eine fotomechanische Reproduktion der Radierung.
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"Bares für Rares"-Hammer: Original-Gemälde könne bei Auktion mit 25.000 Euro starten
Daher sei die Inschrift "Original Radierung", die direkt neben der Signatur von Käthe Kollwitz steht, "relativ irreführend".
Mit Original habe das Bild, das laut Prägestempel in den 1960er- bis 70er-Jahren in einer Münchner Druckerei entstanden sein muss, nichts mehr zu tun.
"Von Käthe Kollwitz ist das ganz weit entfernt", stellt der Sachverständige klar und schockiert damit die Verkäufer.
Aufgrund der Tatsache, dass es sich um eine billige Kopie handelt, sei das Ehepaar bereit, das Gemälde für 200 Euro herzugeben.
Und in dieser Richtung liegt auch der Experte, der das Bild auf 300 Euro schätzt.
Der Nachdruck sorgt im Händlerraum nicht gerade für große Euphorie. Wie Julian Schmitz-Avila (39) verrät, könne das Originalbild von Käthe Kollwitz bei einer Auktion mit einem Gebot von 25.000 Euro starten. Doch die billige Kopie bringt den Verkäufern "nur" 320 Euro ein: gezahlt von Schmitz-Avila.
"Bares für Rares" läuft montags bis freitags, ab 15.05 Uhr, im ZDF oder vorab bereits in der Mediathek.
Titelfoto: Screenshot/ZDF/Bares für Rares

