Zweifel bei "Bares für Rares": Horst Lichter glaubt nicht an diesen Sensationsfund

Köln - Ein päpstliches Dokument sorgt in einer aktuellen Ausgabe von "Bares für Rares" für mächtig Furore. Ist es wirklich 600 Jahre alt? Horst Lichter (64) hat da so seine Zweifel!

Leah und Burkhard (r.) wollen bei "Bares für Rares" ein rund 600 Jahre altes Schriftstück zu Geld machen.  © Screenshot/ZDF/Bares für Rares

Das Objekt, welches Leah und Burkhard mit in das Pulheimer Walzwerk bei Köln gebracht haben, muss von ZDF-Expertin Bianca Berding (49) tatsächlich mit Samthandschuhen angefasst werden, um es nicht zu zerstören.

"Dieses Dokument ist sehr, sehr, sehr, sehr, sehr, sehr alt", bestätigt die Kunsthistorikerin. Das Kanzleischreiben auf Pergament mit Bleisiegel wurde von Hand im Auftrag von Papst Eugen IV. geschrieben. Das beeindruckende Ausstellungsdatum: 31.05.1439.

Laut Berding ist das knapp 600 Jahre alte Mitbringsel "sehr gut erhalten". Dies sei tatsächlich "sehr selten" – ebenso wie die Tatsache, dass derlei Urkunden einfach so in den Handel gelangen.

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Bei Lichter mehren sich in der Zwischenzeit die Zweifel an der Echtheit. "Das Blatt Papier mit einem Siegel dran" – wie der ehemalige TV-Koch den päpstlichen Schrieb nennt – sehe aus, "als ob das eine Kopie wäre". Auch die Tadellosigkeit des Zustands irritiert ihn.

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Die Urkunde mit Bleisiegel wurde am 31. Mai 1439 im Auftrag von Papst Eugen IV. verfasst.  © Screenshot/ZDF/Bares für Rares

Trotz großem Interesse: "Bares für Rares"-Expertise deutlich verfehlt

Händler Julian Schmitz-Avila (39, 2.v.r.) sichert sich den Zuschlag für 1500 Euro.  © Screenshot/ZDF/Bares für Rares

Seine Expertin lässt sich davon nicht aus der Ruhe bringen. "Wir sind am ausgehenden Spätmittelalter", doziert Berding weiter. Es sei exakt das Jahr, in dem Gutenberg anfing, mit beweglichen Lettern den Buchdruck zu revolutionieren.

Bleibt nur noch die Frage zu klären: Was ist so ein altes geistliches Dokument heute wert? Trotz der perfekten Verfassung des Papiers glaubt die Sachverständige, dass das Objekt durchaus "schwer verkäuflich" sein könnte.

Dennoch taxiert sie den Wert auf 2500 bis 2800 Euro. Das Verkäufer-Paar zeigt sich mit der Schätzung zufrieden und erhält von Lichter die Händlerkarte. "Vielleicht wittern ja zwei oder drei Händler das Riesending", so der Wunsch des Gastgebers für seine Gäste.

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Anders als der Moderator hegen die potenziellen Käufer im Verhandlungsraum keinen Zweifel an dem Alter der Urkunde. Entsprechend groß ist das Interesse an dem altehrwürdigen Blatt. Am Ende macht Julian Schmitz-Avila das Rennen. Er zahlt 1500 Euro – und kann Latein. Passt!

"Bares für Rares" läuft montags bis freitags, ab 15.05 Uhr, im ZDF oder vorab bereits in der Mediathek.

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