Leipzig/München - Dr. Stefan Rapprich (60) und seine Töchter Helena Rapprich (29) und Anina Langhans (32) wollen ein Problem lösen, das jede zehnte Frau in Deutschland betrifft. Viele leiden an der krankhaften Fettverteilungsstörung Lipödem und wissen oft nicht mal davon. Die Krankheit verursacht starke Schmerzen und Einschränkungen im Alltag.
Achtung, Spoiler-Warnung!
"Ich sehe sehr oft, wie verzweifelt die Patientinnen sind, weil sie nicht ernst genommen werden", erklärte der Dermatologe in "Die Höhle der Löwen". Bis zu einer Diagnose kann es oftmals zwei Jahre dauern, da viele Ärzte die Krankheit nicht kennen und dadurch nicht erkennen.
Mit ihrer App "LipoCheck" wollen sie Betroffenen helfen. Dafür beantworten diese einen umfangreichen Fragebogen, schicken Bilder von sich und ein Arzt erstellt dann innerhalb von wenigen Tagen einen Befund, eine Diagnose und gibt Therapieempfehlungen.
"Man braucht zur Diagnose kein Röntgen oder Labor", so der Venenspezialist Rapprich. Passend zu dieser App gibt es noch eine zweite, bei der man ein kostenpflichtiges Abo abschließen muss. Diese App wird von einigen Krankenkassen übernommen und soll bei der Therapie und dem Selbstmanagement unterstützen.
Das Familien-Start-up suchte einen Löwen, der 300.000 Euro investiert und dafür fünf Prozent der Anteile bekommt.
Bei dieser Bewertung fielen die Löwen aus allen Wolken, aber die Familie hat große Zukunftspläne. Sie wollen noch mehr Krankenkassen gewinnen und dann in die USA. In einem Jahr wollen sie 800.000 Euro Umsatz machen und in zwei Jahren dann acht Millionen.
"Das habe ich noch nie gehört in der 'Höhle der Löwen'", sagte Investorin Janna Ensthaler (42) schockiert und auch die anderen Löwen waren skeptisch.
Die Löwen zögern: "Ihr müsst die Karten auf den Tisch legen"
"Irgendwo seid ihr gedanklich auf einer Highspeed-Straße, aber habt ganz bisschen Straßenzulassung. Das macht mich skeptisch", kritisierte Carsten Maschmeyer (66). Auch Investorin Dagmar Wöhrl (71) bremste die Hoffnungen. "Meint ihr nicht, man sollte ein neues Produkt erst mal in Deutschland bekannt machen?", fragte sie.
Die Gründer sehen in den USA mehr Potenzial, vor allem, weil Daten dort einfacher gesammelt und verarbeitet werden können als in Deutschland. Damit sollen dann neue Produkte und Patente entwickelt werden.
Andere Investoren, unter anderem aus den USA, haben schon viel Geld in das Start-up gesteckt. Wer das ist, wollten die Gründer aus Leipzig und München nicht verraten. Die Löwen wurden sauer. "Da müsst ihr auch die Karten auf den Tisch legen", forderte Dagmar Wöhrl.
Den Löwen war das Risiko zu groß. Obwohl gleich mehrere von ihnen großes Interesse hatten, sprangen sie alle am Ende ab und "LipoCheck" ging ohne einen Deal nachhause.
Streaming-Tipp: Die ganze Folge von "Die Höhle der Löwen" seht Ihr am Montag um 20.15 Uhr bei VOX oder zum Streamen bei RTL+.