Sparhammer sorgt für Wut! Erzgebirgskrimi-Stars geben zu: "Das kann uns auch passieren"
Hohenstein-Ernstthal - Eigentlich ging es beim neuen "Erzgebirgskrimi" um Karl May, ein verschollenes Manuskript und einen mysteriösen Mord. Doch am Rande der Dreharbeiten wurde plötzlich ein ganz anderes Thema diskutiert: das drohende Aus des Dresdner "Tatorts".
Auslöser war Schauspielerin Mathilda Switala (26), die im Erzgebirgskrimi ihre erste große Ermittlerrolle übernimmt. "Ich hoffe, dauerhaft Teil des Erzgebirgskrimis zu bleiben – in einer Zeit, in der Krimis abgesetzt werden", sagte sie zu TAG24.
Ein Satz, der bei ihren Kollegen einen Nerv traf. Teresa Weißbach (45) fand deutliche Worte: "Das kann uns auch passieren. Ich baue da nicht auf Sicherheit."
Die Schauspielerin, selbst im Erzgebirge aufgewachsen, sieht die MDR-Pläne mit großer Sorge. "Das ist politisch so unklug. Wie kann man das machen? Für mich als Kind des Ostens ist das schon schmerzhaft."
Auch Kai Scheve (60), der im Erzgebirgskrimi Kommissar Robert Winkler spielt, spart nicht mit Kritik. "Das ist ein unfassbar schlechtes Zeichen für die Bundesländer. Die Gewerke, die sich in Leipzig angesiedelt haben, brechen weg", warnt er.
Besonders bitter findet er die Auswirkungen für den Osten: "Aber Westdeutschland muss nicht verzichten."
Hintergrund ist der Sparkurs des MDR. Der Sender plant, drei Jahre lang keine neuen Folgen des Dresdner "Tatorts" und des Magdeburger "Polizeirufs" zu produzieren.
Produktion vom Erzgebirgskrimi bis 2027 gesichert
Rückendeckung bekommen die Schauspieler vom Produzenten. NFP-Geschäftsführer Clemens Schaeffer kritisiert die Entscheidung ebenfalls und gibt zu bedenken, ob die Reihen nach einer so langen Pause überhaupt zurückkehren können. Sein Appell: "Man darf nicht unterschätzen, wie sehr Unterhaltungsformate eine Region repräsentieren können."
Zumindest für die Fans des Erzgebirgskrimis gibt es vorerst Entwarnung: Die Produktion ist nach Angaben der Macher bereits bis 2027 gesichert.
Titelfoto: Kristin Schmidt
