Großes Umstyling bei GNTM: Zwischen radikaler Wandlung und langweiliger Nichtigkeit

Unterföhring - Jede Serie hat ihre Highlight-Episode: Bei "Scrubs" war es "Meine Schuld", bei "Game of Thrones" die legendäre "Red Wedding" und – oft ähnlich dramatisch inszeniert – bei "Germany's Next Topmodel" ist es das große Umstyling. Genau das fand am Mittwochabend statt.

Kandidat Boureima durfte selbst entscheiden, wie er sich verändert. Er hat sich für "gar nicht" entschieden. Hier und da wurde ein Millimeter Haar verändert – das war's.  © ProSieben/Max Montgomery

Mit der 13. Folge feiert GNTM den aktuellen Staffelbestwert. Mehr als 20 Prozent Marktanteil – das bedeutet den Sieg für ProSieben in der Primetime.

Genau das war zu erwarten, dank des Rufs, der sich über Dekaden erarbeitet wurde, denn es stand die Makeover-Episode auf dem Sendeplan. Zum Umstyling durften nur ein paar der Models.

Man könnte nun meinen: bestimmt jene, bei denen man etwas machen muss. Aber: weit gefehlt, meine enttäuschten Freunde.

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Boureima bekam beispielsweise etwas, "was es noch nie bei 'Germany's Next Topmodel' gab", wie Heidi Klum (52) ankündigte. Was sollte es sein?

Die Auflösung dieser an den Nerven reißenden Frage: Er durfte sich nach sechs Stunden Warten seine Frisur selbst aussuchen. Wow.

Und was machte er daraus? Nix. Er hat sich 0,0 verändert. Zwischen Superman und Clark Kent liegen da im Vergleich Welten. Boureima ist damit der Anti-Alexavius. Denn bei ihm wurde ein radikales Makeover angesetzt.

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Eine Highlight-Episode, die keine Highlights mehr hat

Heidi Klum (52, l.) scheint zufrieden: Alexavius hat sich von Oberlippenbart und kurzen Haaren verabschiedet und die wohl größte Veränderung durchlebt.  © ProSieben/Max Montgomery

Nachdem er einst ausgesehen hatte wie die Zweitbesetzung eines Statisten in einem Mafia-Film, sieht er nun aus wie die Schwester eines Statisten in einem Mafia-Film. Statt kurzen Haaren und Oberlippenbart dominieren jetzt wallende Extensions-Mähne und glatte Haut im Gesicht.

Es ist die wohl krasseste Veränderung. Gleich nach Julia, die nach stundenlangem Bleaching ihren dunklen Haaren "Leb' wohl" sagte und ab sofort Platinblond zum Shooting fährt. Man wartet geradezu darauf, dass sie das Königreich Arendelle einfriert und in einen Eispalast zieht.

Aber wo waren die Tränen, die Schreie, die spontanen Show-Austritte?

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Jahrelang hat Heidi so lange den Mädels schlecht zugeredet, bis endlich die Augen feucht wurden und man Schwarzweiß-Zeitlupe und traurige Pop-Balladen auspacken konnte.

Hat man endlich gemerkt, dass man so nicht mit jungen Leuten umgeht? Oder ist es einfach so, dass die sich nicht mehr schocken lassen? Eine Doku-Serie aus einer Friseur-Kette bietet wohl inzwischen mehr TV-Futter.

Im Großen und Ganzen hat "das große Umstyling" an Impact verloren und der Hype darum wird nur noch künstlich vom verblassenden Ruhm einst besserer Tage beatmet. Quasi eine CSU in Skinny Jeans.

Aber es ist trotz der inzwischen bemerkenswert bedeutungslosen Schlichtheit immer noch eine der stärksten Episoden jeder Staffel. Was am Ende ja auch einiges aussagt.

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