Deutliche Worte bei "hart aber fair": "CDU ist nur noch ein herzloser Verein"
Berlin - Nach den Landtagswahlen stehen Union und SPD mächtig unter Druck - und nun lastet auch noch der Umgang mit Ex-Arbeitsministerin Bärbel Bas (58, SPD) auf der Koalition. Bei "hart aber fair" gab es dazu deutliche Worte.
Verändern rechts und links geführte Regierungen das Land bald von Grund auf? Zerreißt das die politische Mitte? Und können CDU und SPD noch produktiv zusammenarbeiten? Darüber wurde in der ARD-Talkshow äußerst kontrovers diskutiert.
"Mit Bärbel Bas ist man sehr unfair umgegangen und das hat sie nicht verdient", erklärte Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).
Der 63-Jährige führte weiter aus: "Sie ist ein sehr feinfühliger Mensch und sie hat sich das sehr zu Herzen genommen. Wir verlieren ein riesiges Talent und das können wir nicht oft wiederholen."
Der frühere Linken-Chef Jan van Aken (65) stimmte zu und meinte: "Was ist mit dieser CDU passiert? Das war mal eine christliche Partei mit christlichen Werten. Aber jetzt habe ich so das Gefühl, die haben überhaupt keinen Anstand mehr." Bas habe einen geliebten Menschen verloren und werde trotzdem weiterhin massiv angegriffen.
"Diese CDU ist nur noch ein herzloser Verein von karrieregeilen Männern. Die haben echt in dieser Politik nichts mehr zu suchen. Ich bin richtig wütend geworden", so van Aken.
NRW-Minister Nathanael Liminski (41, CDU) wies die Vorwürfe zurück und konterte: "Den ganzen Sommer wurde in Deutschland über Reformen diskutiert." Dennoch habe es Bas monatelang nicht geschafft, konkrete Gesetzesentwürfe vorzulegen.
"Dieses Ministerium hat 1500 Mitarbeiter und drei beamtete Staatssekretäre. Da ist es nicht irgendwie unverschämt, wenn man fragt, ob es möglich wäre, zu einem Thema, was die ganze Gesellschaft bewegt, einen Wurf zu bekommen", so Liminski.
Lauterbach fordert nach Bas-Rücktritt Entschuldigung von der CDU
"Mit Blick auf den menschlichen Umgang miteinander sollten wir sehr vorsichtig sein, Kopfnoten zu verteilen", mahnte Liminski. "Die SPD in Nordrhein-Westfalen strengt in diesen Wochen einen Untersuchungsausschuss gegen eine krebskranke Ministerin an. Das finde ich jetzt auch nicht supermenschlich. Also insofern: Vorsicht mit den Krokodilstränen!"
Lauterbach wollte das so jedoch nicht stehen lassen und sagte zum Schluss: "Ich fände es einfach großartig, wenn die Union bereit wäre zu sagen: Hier haben wir möglicherweise einen Fehler gemacht. Das fände ich ehrlich und besser."
Titelfoto: WDR/Dirk Borm
