Obdachlose Alicia (40) wird schwanger, kann ihre Drogensucht aber nicht stoppen

Frankfurt am Main - Den aussichtslosen Kampf gegen die Drogenabhängigkeit und Obdachlosigkeit skizzierte die RTLZWEI-Doku "Hartes Deutschland" auch am gestrigen Donnerstag. Diesmal stand die Frankfurterin Alicia (40) im Zentrum der Aufmerksamkeit.

Alicia (40) saß wegen eines Schienbeinbruchs monatelang im Rollstuhl.
Alicia (40) saß wegen eines Schienbeinbruchs monatelang im Rollstuhl.  © RTLZWEI

40 Drogentote hat es 2020 in der Mainmetropole gegeben. Angesichts Alicias Lebensweise traurigerweise ein Wunder, dass sie noch nicht dazugehört.

Tag ein, Tag aus ist sie im Frankfurter Drogenhotspot rund um Elbe-, Mosel-, Nidda- und Taunusstraße unterwegs, bietet Freiern ihren Körper an, um ihre Drogen zu finanzieren und konsumiert diese dann schamlos in aller Öffentlichkeit vor Passanten und vorbeifahrenden Autos.

Die gebürtige Mazedonierin, die als Achtjährige mit ihrer Mutter nach Deutschland kam und seit ihrer Jugend abhängig von diversen Drogen ist, saß seit einem komplizierten Schienbeinbruch monatelang im Rollstuhl. Dennoch rollte sie täglich durch die Szene.

Nicht nur ihr temporäres Handicap erschwert die Geldbeschaffung. Auch die seit Frühjahr 2020 geschlossenen Bordelle, durch die die eigentlich dort tätigen Sexarbeiterinnen ihr und den anderen weiblichen Junkies die Freier auf dem illegalen Strich streitig machen.

Hartes Deutschland: Alicia verschwindet nach OP aus Klinik und bricht zusammen - nun ist sie schwanger

Nun ist die gebürtige Mazedonierin schwanger, kommt aber nicht von ihren Drogen los.
Nun ist die gebürtige Mazedonierin schwanger, kommt aber nicht von ihren Drogen los.  © RTLZWEI

Alicia wurde im Sommer 2020 in einer Unfallklinik operiert. Nur eine Stunde nach dem Eingriff machte sie sich im Rollstuhl mit sämtlichen Schläuchen auf den Weg - natürlich ins Bahnhofsviertel.

"Dann hab' ich eine Lungenentzündung bekommen, aber das nicht so ernst genommen." Es folgte ein Kollaps und ein weiterer Krankenhausaufenthalt.

Im Herbst dann eine eigentlich tolle Nachricht für die 40-Jährige: Sie ist schwanger! Zwar ungewollt, dennoch freut sie sich auf den Nachwuchs. Ihre Sucht kann sie dennoch nicht einstellen.

"Ich tue meinem Baby weh, aber was soll ich machen? Guck, was die Drogen mit einem machen, da vergisst du alles, auch deinen Säugling", muss sich Alicia eingestehen.

Und wie soll es mit Baby weitergehen? "Dann kann ich mein Leben doch ändern - gerade dann!" Hoffentlich nicht nur eine leere Versprechung...

Pille (25) zerstört sich mit seinem Drogenkonsum immer weiter: "Ich wär' fast verreckt!"

Pille (25) gehört zu den jüngsten Junkies der Frankfurter Bahnhofsszene.
Pille (25) gehört zu den jüngsten Junkies der Frankfurter Bahnhofsszene.  © RTLZWEI
Sein exzessiver Konsum hätte ihn schon mehrmals beinahe umgebracht.
Sein exzessiver Konsum hätte ihn schon mehrmals beinahe umgebracht.  © RTLZWEI

Mit 25 Jahren ist Pille einer der jüngsten obdachlosen Junkies in der Frankfurter Bahnhofsszene. Mit 13 kam er ins Heim, ein Jahr später wurde er heroin- und crackabhängig. Mittlerweile hat er immerhin seine Alkoholsucht hinter sich gelassen.

Mit Anfang 20 lebt er im Drogenhotspot, sein Konsum hat sich seither stetig gesteigert.

Das führt so weit, dass er keine brauchbaren Venen mehr findet, um die zerstörerischen Cocktails in seine Blutbahn zu jagen und den Suchtdruck zu stillen.

Daher muss nun Kumpel Kai (42) herhalten, der "Service" bei ihm macht, ihm also beim Spritzen in den Hals hilft - eine der gefährlichsten Varianten des Konsums. Doch schon zwei Stunden nach der Dosis wird sein Verlangen nach Heroin und Crack wiederkommen. Ein endloser Strudel.

Pille gibt selbst zu: "Ich bin ein Wrack!" Sein linker Arm ist seit längerer Zeit entzündet und fasst aufs Doppelte seines rechten abgeschwollen, an mehreren Stellen seines jungen Körpers haben sich Abszesse gebildet - oftmals, weil beim Spritzen Venen verfehlt werden.

Der 25-Jährige berichtet von einem schlimmen Vorfall. Mit 39,5 Grad Fieber sei er in eine Klinik eingeliefert worden, kurz danach aber wieder in seinem "Zuhause" gelandet und hatte durch eine verunreinigte Spritze einen Fieberkrampf bekommen: "Das war knapp, ich wär da wirklich fast verreckt." Er weiß genau, dass jede Spritze die letzte sein könnte - doch die Sucht nach dem nächsten Druck stellt alles in den Schatten.

Die ganze "Hartes Deutschland"-Folge seht Ihr auf Abruf bei TVNOW.

Titelfoto: RTLZWEI

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