Nächster Sender sorgt für Job-Beben: Nach RTL baut auch RTLZWEI massiv Stellen ab

München/Köln - Nach RTL will sich jetzt auch RTLZWEI komplett neu aufstellen. Lineares TV und Streaming sollen in Zukunft strikt voneinander getrennt werden. Die Konsequenz: Viele Mitarbeitende verlieren ihren Job!

Thorsten Braun ist seit November 2025 Chef des Privatsenders RTLZWEI.  © IMAGO / Horst Galuschka

Seit dem 12. November 2025 sitzt Thorsten Braun am Ruder des Münchener Privatsenders. Der neue Chef verfolgt einen klaren Plan: Er möchte die Unternehmensstruktur auf links drehen, um auch in Zukunft finanziell sicher aufgestellt zu sein.

Aufgrund der hohen Marktdynamik müsse dazu Personal abgebaut werden, wie Braun jetzt im Interview mit "DWDL" bestätigte. Wie viele Jobs gestrichen werden, ist unklar. Betriebsbedingte Kündigungen sollen allerdings vermieden werden.

"Gemeinsam mit dem Betriebsrat haben wir eine freiwillige Vereinbarung getroffen und setzen zunächst auf ein Programm, das möglichst freiwillige Lösungen ermöglicht", ließ Braun dazu lediglich verlautbaren.

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Ergänzend fügte der RTLZWEI-Boss dann noch hinzu: "Uns ist sehr bewusst, dass solche Entscheidungen für die betroffenen Kolleginnen und Kollegen persönlich belastend sind." Zum Jahresbeginn hatte es bereits bei RTL einen massiven Stellen-Kahlschlag gegeben.

Die Ursache für die gravierende Neuausrichtung liegt in einem drastischen Einbruch der Einschaltquoten begründet - allen voran beim marktrelevanten jungen Publikum. Dieses nutze das lineare Fernsehen kaum noch, stattdessen stehe Streaming hoch im Kurs.

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Klassisches TV-Programm in Zukunft nur noch für älteres Publikum

RTLZWEI wird sein lineares TV-Programm in den nächsten Monaten komplett neu strukturieren. (Symbolbild)  © Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Hier gehören mehr als 80 Prozent der Zuschauer zur Altersklasse der 14- bis 49-Jährigen.

Im normalen TV-Alltag sieht das ganz anders aus: Lediglich etwas mehr als 30 Prozent haben das 50. Lebensjahr noch nicht erreicht, die Mehrheit ist darüber.

Brauns Lösung für das Problem lautet: "Wir wollen Streaming und Fernsehen in Zukunft getrennter betrachten." Sendungen, die online erfolgreich sind, aber im linearen TV zu Quotengräbern mutieren, müssen dort nicht mehr gezeigt werden.

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Das klassische Fernsehprogramm soll in Zukunft auf die Altersgruppe der 30- bis 59-Jährigen ausgerichtet werden. Parallel dazu möchte sich der Sender als führender Anbieter für nationale Streaming-Produktionen etablieren.

Zusätzlich wolle man sich auf "Bold Ideas" fokussieren, was für kühne und ausgefallene Konzepte ohne Tabus steht. In sämtlichen Abteilungen soll zudem Künstliche Intelligenz (KI) als digitaler "Co-Worker" fest integriert werden - ein weiterer Job-Killer.

Wie der RTLZWEI-Chef außerdem klarstellte, will sich der Sender bezüglich des Streaming-Angebots nicht länger nur auf den Kooperationspartner RTL+ stützen. Angedacht sei ein Kanal in vollständiger Eigenregie.

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