Der Graf spricht über seine tote Mutter: Kleine Zettel prägten sein Leben
Hamburg - Der Graf (56) hat erst kürzlich seine Mama verloren, die ihn durch eine schwere Kindheit gebracht hat. In der "NDR Talk Show" sprach der "Unheilig"-Frontmann über ihren Einfluss auf sein Leben.
Der 56-Jährige kehrte im vergangenen Jahr nach neun Jahren Pause zurück auf die Bühne, auch weil er die Öffentlichkeit braucht. Er ziehe da eine gewisse Emotionalität heraus. "Ich brauche das als Ego-Futter. Ich fühle mich da wertvoller, wenn die Leute mir Applaus schenken, ich brauche die Bühne", gestand der Graf.
Das war allerdings nicht immer so. Durch seinen Sprachfehler hatte der gebürtige Aachener eine schwere Kindheit, in der seine Anfang des Jahres verstorbene Mutter sein Fels in der Brandung war. "Meine Mama hat mir halt immer geholfen, wenn ich nach Hause kam von der Schule, ausgelacht worden bin und halt diese großen Zweifel hatte", erzählte der Musiker.
Um ihm den Rücken zu stärken, dachte sich seine Mutter etwas aus. "Sie hat mir überall für meine Schule kleine Zettel reingetan, wo immer draufstand, du schaffst das, du kriegst das hin, hab keine Angst. Sie hat immer die richtigen Worte gehabt", so der "Unheilig"-Frontmann.
Sie habe ihn immer stark geredet, was ihn letztlich auch zur Musik geführt habe. Ihre Zuneigung und Offenheit brachte den 56-Jährigen aber nicht nur auf die Bühne.
Schon mit fünf Jahren fand der Künstler seine große Liebe, mit der er zusammen im Kindergarten und in der Schule war. Mit 16 Jahren wurden sie ein Paar. "Meine Mutter hat einen großen Anteil gehabt, weil sie natürlich vorgelebt hat, was Liebe ist", sagte der Graf.
Der Graf: "Ich habe beim Singen angefangen zu weinen"
Für seine Frau, die nicht in der Öffentlichkeit stehen möchte, schrieb der Musiker das Lied "Du bist meine Heimat".
Als er das neue Album im Studio produzierte, erlebten die beiden einen rührenden Moment miteinander. Der Sänger wartete mit dem Lied, bis seine große Liebe ins Studio kam.
"Dann habe ich in dieser Kabine gestanden und habe das eingesungen. Und sie war da. Ich habe beim Singen angefangen zu weinen, sie hat angefangen zu weinen", erinnerte er sich.
Er habe diese Dankbarkeit gespürt für den gemeinsamen Weg, den sie gegangen sind. "All diese ganzen Zweifel, nicht gut genug zu sein. Und du hast diesen Menschen, der irgendwie immer hinter dir steht, der alles für dich tut", schwärmte der Graf.
Wer die "NDR Talk Show" verpasst hat, kann die Sendung in der ARD-Mediathek nachschauen.
Titelfoto: NDR/Uwe Ernst

