Volle Blase! Was, wenn ein Tram-Fahrer dringend aufs Klo muss?
Leipzig - Die Bus- und Straßenbahnfahrer bringen jeden Tag tausende Menschen in Leipzig von A nach B. Thomas Langkopf (56) ist einer von ihnen und darf sich selbst auch als weltbester Straßenbahnfahrer bezeichnen, denn er ist Weltmeister. Im MDR-"Riverboat" erzählte er jetzt etwas über seinen Alltag auf der Schiene und hinterm Lenkrad.
Langkopf ist ein sogenannter Kombi-Fahrer bei den Leipziger Verkehrsbetrieben, also er fährt Bus und Bahn.
Auch bei der "Riverboat"-Sendung von Freitagabend kam er direkt vom Dienst. "1.30 Uhr klingelte bei mir der Wecker, gegen 12 hab ich Feierabend gemacht", erzählte er. Er sei Frühaufsteher und möge es, wenn er am Nachmittag noch Freizeit habe.
Sein Alltag ist ganz anders, als der der meisten Talkshow-Gäste und Moderatoren. Co-Moderator Wolfgang Lippert (74) stellte deswegen eine der wirklich wichtigen Fragen: "Wenn du jetzt mal musst, dann hast du ja da vorne in deinem Häuschen keine extra Toilette und aus der Tür raus, macht man ja nicht. Was machst du?"
"Das trainiert man sich an", erklärte Thomas Langkopf. Die Fahrerinnen und Fahrer müssten bis zum Ende der Strecke durchhalten. Je nach Linie dauere das zwischen einer und circa anderthalb Stunden. "Die Linie 11 ist am längsten", so der Fahrer.
In der DDR brauchte man Kontakte, um Straßenbahn zu fahren
Schon als Kind wollte der Sachse gern Straßenbahnfahren, aber in der DDR gestaltete sich das schwierig. "Wenn du keine Verwandten gehabt hattest, war es schwierig", erinnerte er sich. Deswegen fuhr er erst mal Brummi durch ganz Europa, bis er irgendwann zu den Leipziger Verkehrsbetrieben kam.
Mit seinem Betrieb qualifizierte er sich auch für die Tram-Weltmeisterschaft 2025 in Wien. Im September sind 50 Menschen aus 25 Nationen im Team gegeneinander in verschiedenen Wettbewerben angetreten. Thomas Langkopf belegte von allen die beste Einzelwertung.
Wie man das schafft? "Fleißig üben, üben, üben", so der 56-Jährige. Eine Herausforderung war das Tram-Bowling, wo man mit dem Fahrzeug Kegel umfahren muss. Zusammen mit seiner Team-Kollegin aus Berlin trainierten sie mehrere Male in beiden Städten. "Schön auf dem Alex?", scherzte Moderator Lippert.
Trainiert wurde natürlich in einem sicheren Bereich auf dem Betriebsgelände und das zahlte sich für Thomas Langkopf aus. Er belegte die beste Einzelleistung und holte den Pokal, der aus einer Straßenbahnschiene gefertigt wurde.
Nach der Weltmeisterschaft ist vor der Weltmeisterschaft und die ist im kommenden Jahr an einem ganz besonderen Ort. Australien wird den Wettbewerb ausrichten und der Leipziger möchte unbedingt wieder dabei sein - auch wenn durch den Linksverkehr die Technik in der Straßenbahn auf der anderen Seite aufgebaut ist.
Folge verpasst? Die ganze Ausgabe des MDR-"Riverboat" vom 13. März mit weiteren spannenden Gästen und Geschichten könnt Ihr in der ARD Mediathek nachschauen.
Titelfoto: IMAGO / STAR-MEDIA

