Jagd auf Frauen-Killer "Rosa Riese": "'Ne Stunde vorher hab ich noch mit ihr gesprochen"

Groß Kreutz (Havel) - Rund um die Wende 1989 treibt ein Serienmörder im brandenburgischen Landkreis Potsdam-Mittelmark sein Unwesen. Er geht als "Rosa Riese" in die Kriminalgeschichte ein - weil er einen großen rosa Rock an einem seiner Tatorte hinterließ.

Ein Phantom kreuzte in der Wendezeit durch die Wälder im Landkreis Potsdam-Mittelmark.  © SWR/Adobe Stock/ullstein bild - CARO/Jandke - mit Einsatz von KI erstellt

30 Kilometer westlich von Potsdam beginnt die schreckliche Serie in der Bungalowsiedlung Deetz, einem Ortsteil der Stadt Groß Kreutz. Ein Nachbar beobachtet im Oktober 1989, wie ein Mann ein verschnürtes Bündel vor eine Hecke zieht und abhaut. Darin: die Leiche von Edeltraud N. (†51).

"Wir haben die alle gekannt", erzählt Manfred Apel in der ARD-Doku "Rosa Riese - Jagd auf ein Phantom". "Und 'ne Stunde vorher hab ich noch mit ihr gesprochen. Und dann kommst du her und findest sie als Leiche."

Verdächtigt wird der Ehemann des Opfers. Obwohl er später als Täter ausgeschlossen wird, halten sich falsche Gerüchte in der Bevölkerung. Das führt so weit, dass er sich das Leben nimmt.

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Theater-Schauspielerin Christiane Ziehl (75) erinnert sich an die Zeit zurück: "Ich bin hier nackt schwimmen gegangen an bestimmten Stellen, wo einen keiner gesehen hat, hab mich mitten im Wald auf eine Wiese gelegt. Ich hatte nie Angst gehabt und plötzlich hatte ich Angst." Und: "So Mörder und so gab's für uns Ossis eigentlich nur im Westen."

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Im März 1991 ereignete sich nahe der Heilstätten Beelitz ein Doppelmord.  © SWR/Kinescope Film/Henning Wirtz
Ein Wald in rosa Rauch getaucht: symbolisch für den Serienmörder Wolfgang S.  © SWR/Kinescope Film/Henning Wirtz

Rosa Riese - Jagd auf ein Phantom (ARD): Weitere fünf Morde folgen

Der Serienmörder hatte in den Wäldern ein regelrechtes Lager an Damenunterwäsche.  © SWR/Kinescope Film/Henning Wirtz

25. Mai 1990. Ein Mann findet seine tote Ex-Frau Christa N. (†55) am Rande einer Müllhalde, die sie betrieben hatte. Der Tatort in Ferch liegt fast 100 Kilometer entfernt vom ersten Tatort. Ermittler von damals stellen nicht sofort einen Zusammenhang her - trotz ähnlicher Todesumstände.

Im März 1991 verschwindet die 34-jährige Inge F. nahe Borkheide. Auf der Suche nach der Köchin finden Polizisten mehrere Unterwäsche-Lager - und schließlich auch die mit Moos abgedeckte Leiche. Ebenfalls post mortem sexuell geschändet.

Im selben Monat schockiert der Doppelmord an Tamara P. (†44) und ihrem drei Monate alten Sohn Stanislaw die Region zusätzlich. Doch der "Rosa Riese" hat noch nicht genug.

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Zwei Wochen später attackiert er zwei zwölfjährige Freundinnen bei Sputendorf, verletzt sie mit einem Messer lebensgefährlich. Kurz darauf wird die stark verweste Leiche der 66-jährigen Talita B. in ihrem Haus in Fichtenwalde gefunden.

Ein Jogger gibt damals den entscheidenden Hinweis zu Wolfgang S., einem ehemaligen Beamten der Volkspolizei-Bereitschaften. 1992 wird S. zu 15 Jahren Haft verurteilt, lebt nach einer Hormontherapie heute als Transfrau Beate - mit fast 60 Jahren noch immer im Vollzug in einem Fachklinikum.

Wolfgang S. war der "Rosa Riese", tötete fünf Menschen.  © picture alliance/dpa

TV-Tipp: Das Erste zeigt den 1. Teil "Rosa Riese - Jagd auf ein Phantom" am Montag (23. Februar) ab 23.50 Uhr. Teil 2 und 3 laufen direkt hintereinander im SWR in der Nacht zum 19. März ab 1.30 Uhr. Den Dreiteiler gibt es auch jederzeit auf Abruf in der ARD-Mediathek.

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